Praktiker: Jetzt also doch
Mit dieser Wendung haben nur noch die Wenigsten gerechnet: Die angeschlagene Baumarktkette Praktiker greift doch auf das Finanzierungskonzept der Großaktionäre zurück, die durch Isabella de Krassny vertreten werden. Die Finanzierung durch den US-Investor Anchorage ist wohl vom Tisch.
Mit Semper Constantia habe es bereits Gespräche gegeben, die zu einem schnellen Vertragsabschluss zu besseren Konditionen führen sollen. Damit sei dann ein weiterer wesentlicher Schritt zur Realisierung des von Vorstand und Aufsichtsrat beschlossenen Sanierungskonzepts erreicht, heißt es in der Mitteilung. Noch vor einem Monat hatte der Vorstand einen Vorstoß von Semper Constantia brüsk zurückgewiesen mit dem Hinweis, damit sei der Erfolg der Sanierung und der Bestand des Unternehmens nicht zu sichern.

Die Aktie atmet durch. DER AKTIONÄR hatte mehrfach betont, dass die zuletzt in den Raum gestellten Forderungen von Anchorage von Praktiker kaum mehr zu erfüllen seien. Der US-Investor wollte Praktiker dazu zwingen, zunächst eine Kapitalerhöhung durchzuführen, bevor die gesamte Darlehenssumme fließt. Bei einem Kurs von knapp über 1,00 Euro wäre diese aber praktisch kaum mehr möglich gewesen. Die Finanzierung durch die Wiener Privatbank Semper Constantia dürfte für Praktiker günstiger sein. Zwar soll auch de Krassny die profitable Tochter Max Bahr als Sicherheit fordern. Dennoch dürften die Finanzierungsbedingungen von der Österreicherin leichter zu erfüllen sein, als diese von Anchorage. Die Aktie bleibt spannend - und, wie bereits mehrfach erwähnt, risikobereiten Investoren vorbehalten.
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