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Praktiker: In Finanznot?

Markus Bußler

Befindet sich die Baumarktkette Praktiker in Finanznot? Medienberichten zufolge ringt der Konzern um einen Kredit im zweistelligen Millionenbereich, um das Frühjahrsgeschäft vorzufinanzieren. Der Hintergrund: Baumärkte haben im Januar und Februar den höchsten Liquiditätsbedarf.

Nach Informationen der Financial Times Deutschland spitzt sich die Lage zu. „Das darf nicht mehr viele Wochen dauern, das muss jetzt recht schnell kommen", sagte ein Insider. Ein Firmensprecher kommentierte nur: „Der Prozess ist noch im Gange." Verhandlungsteilnehmer zeigten sich zuversichtlich, dass in den nächsten Wochen eine Einigung erzielt wird. Praktiker verfüge über ausreichend freie Sicherheiten. In Unternehmenskreisen wird betont, dass derzeit plangemäß geordert werde. Die Liquidität reiche dafür aus.

Planinsolvenz als Lösung?

Spekulationen gibt es nach wie vor darüber, woher die rund 300 Millionen Euro für die Sanierung kommen sollen. Nach wie vor ist eine Anleihe im Gespräch, die womöglich von einem Großinvestor gezeichnet werden könnte. Zudem dürfte sich der Sanierer Thomas Fox auf die Suche nach einem Großinvestor machen. Dieser könnte dann Eigenkapital spendieren. Allerdings soll bislang kein Unternehmen ernsthaftes Interesse angemeldet haben. Praktiker finanziert sich größtenteils über eine Anleihe in Höhe von 250 Millionen Euro, die allerdings im Fall eines Kontrollwechsels sofort zurückgezahlt werden muss. Die FTD spekuliert deshalb, dass eine Planinsolvenz das geeignete Mittel wäre, um den Weg für eine Sanierung frei zu machen. In diesem Fall könnte Fox auch die Mieten leichter neuverhandeln.

Die Praktiker-Aktie ist und bleibt ein heißes Eisen. Nachdem das Papier gestern einen Kurssprung vollzogen hat, steht das Papier heute nach den Meldungen unter Druck. DER AKTIONÄR hatte zuletzt geraten, eine erste Position aufzubauen, um an einem möglichen Turnaround frühzeitig beteiligt zu sein. Anleger sollten bei derart volatilen Aktien den Stoppkurs auf keinen Fall vergessen.

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