Praktiker: Im Kreuzfeuer der Analysten
Schafft Praktiker den Turnaround? Mit Gewissheit kann das im Moment sicherlich niemand sagen. Vorstandschef Thomas Fox zeigte sich in der abgelaufenen Woche zuversichtlich. Doch bei den meisten Analysten herrschen derzeit noch erhebliche Zweifel. Jetzt hat ein Experte die Aktie hochgestuft.
Andreas Inderst von Exane BNP Paribas hat sein Votum von „Underperform" auf „Neutral" geändert und sieht das Kursziel bei 1,75 Euro. Allerdings hängt die Einschätzung wohl auch mit dem jüngsten Kursrutsch zusammen. Immerhin hat Inderst vorher noch ein Kursziel von 2,00 Euro für die Aktie ausgegeben. Seiner Ansicht nach stehen den Aktionären weiterhin turbulente Zeiten ins Haus. Interessant dürften vor allem die Zahlen für das erste Quartal werden, die am 26. April bekannt gegeben werden.
Verlust bis 2013
Zu viel Optimismus versprüht allerdings auch der Analyst nicht. Er rechnet für das laufende Jahr mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von -1,34 Euro. Erst im kommenden Jahr ist eine deutliche Besserung in Sicht. Allerdings soll der Gewinn je Aktie mit -0,10 Euro auch dann noch einmal negativ ausfallen.

DER AKTIONÄR hatte zuletzt zur Zurückhaltung gemahnt. Nachdem die Aktie bei ihrem Ausbruchsversuch nach Bekanntgabe der Jahreszahlen jäh gescheitert ist, dürfte es in den kommenden Wochen zu einem volatilen Kursverlauf kommen. Bislang ist nicht klar, ob das Restrukturierungskonzept von Thomas Fox greift. Die Schließung von Märkten dürfte zu hohen Verlusten führen. Zudem dürfte auch die Neuausrichtung einiges an Geld kosten. Insgesamt hat Praktiker dafür rund 300 Millionen Euro veranschlagt. Geld, das der Konzern nicht hat und von dem nicht klar ist, woher es kommen soll. Immerhin hat Großaktionär Maseltov zuletzt Unterstützung signalisiert. Aber auch hier stehen noch Meinungsverschiedenheiten ins Haus, hat doch der Vorstand einem schnellen Verkauf des Osteuropageschäfts eine Absage erteilt. Anleger sollten das Papier bis auf weiteres meiden.
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