Praktiker: Hafner bleibt
Viele haben es bereits vermutet, jetzt ist es amtlich: Der Aufsichtsrat der Baumarktkette Praktiker hat den Vertrag mit Interims-Vorstand Kay Hafner um weitere drei Monate verlängert. Hafner soll die Refinanzierung des Konzerns weiter vorantreiben.
„Damit ist gewährleistet, dass die wesentlichen Weichenstellungen des Restrukturierungsprogramms in der derzeitigen Zusammensetzung des Vorstands vorangetrieben werden können", sagt Aufsichtsratschef Kersten von Schenck. Über eine langfristige Besetzung der Position des Vorstandsvorsitzenden solle erst mit dem erfolgreichen Abschluss der laufenden Finanzierungsverhandlungen entschieden werden.
Streit mit Großaktionär
Auf sonderlich viel Gegenliebe dürfte diese Entscheidung bei der Großaktionärin Isabella de Krassny nicht stoßen. Sie würde am liebsten einen früheren Manager der Baumarktkette Obi an der Spitze von Praktiker sehen. Zwar gelang es de Krassny, zwei Aufsichtsratsposten auf der vergangenen Hauptversammlung zu sichern. Doch ihr Einfluss ist noch nicht so groß, wie sie sich das sicher erhofft hat. Zuletzt hatten Aufsichtsrat und Vorstand einen Sanierungsplan von ihr abgelehnt. Stattdessen treibt das Unternehmen die Verhandlungen mit US-Investor Anchorage weiter voran.

DER AKTIONÄR sieht nach wie vor eine gute Turnaround-Chance. Doch die Aktie bleibt erfahrenen Anlegern vorbehalten, die auch bereit sind, gegebenenfalls Verluste zu realisieren. Der Streit zwischen Vorstand und Großaktionär dürfte weiter gehen. Zudem steht eine Kapitalerhöhung ins Haus. Und es ist auch nicht auszuschließen, dass de Krassny irgendwann die Reißleine zieht.
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