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Praktiker: Großaktionäre machen mobil

Michael Schröder

DER AKTIONÄR hatte bereits erklärt, dass Praktiker offenbar weiter mit der Unterstützung von Banken rechnen kann. Doch hinter den Kulissen der angeschlagenen Baumarktkette tob ein Streit über Höhe und Finanzierung des geplanten Restrukturierungsprogramms. Die größten Einzelaktionäre des Konzerns drohen dem Aufsichtsrat dem Vernehmen nach mit einem Abwahlantrag und Schadenersatzklagen. Nichts für schwache Nerven.

Am Wochenende einigte sich die angeschlagene Baumarktkette Praktiker mit einem Bankenkonsortium unter Leitung der Commerzbank auf eine gemeinsame Kreditvereinbarung, in welche die bisher bestehenden bilateralen Kreditlinien überführt werden sollen. Doch das letzte Wort scheint hier noch nicht gesprochen: Zwei Großaktionäre drohen dem Aufsichtsrat mit einem Abwahlantrag und Schadenersatzklagen.

Widerstand der Aktionäre

Die Fondstochter der österreichischen Privatbank Semper Constantia und das mit ihr verbündete zypriotische Investmentvehikel Maseltov, in dem zahlreiche Kunden der Privatbank ihre Anteile gebündelt haben, verfügen zusammen inzwischen über mehr als 13 Prozent der Praktiker-Aktien. Sie haben in den vergangenen Wochen Aktien hinzugekauft, um ihren Einfluss auf den Konzern zu stärken. Isabella de Krassny, Fondsmanagerin bei Semper Constantia Invest, fürchtet, dass Praktiker sich überhebt und die Aktionäre den Schaden haben. In einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau erinnert sie daran, dass 2016 eine 250 Millionen schwere Anleihe fällig wird, zuvor müsse der Kredit bedient werden. "Wie will ich das verdienen in zwei Jahren?" Fondsmanagerin de Krassny organisiert dem Vernehmen nach nun den Widerstand der Aktionäre gegen diese Pläne. "Da gehen wir auf die Barrikaden", sagte sie. Der Aufsichtsrat müsse die Lazard-Pläne stoppen. Andernfalls müsse er mit Abwahlanträgen und Schadenersatzklagen rechnen: "Das ist ganz klar."

Weiter aufwärts

DER AKTIONÄR hält an seinem Fazit fest: Eine fundamentale Bewertung des Konzerns ist derzeit kaum möglich. Die Aktie dürfte sich angesichts der Reibereien im Hintergrund weiter recht volatil zeigen. DER AKTIONÄR hatte bei Praktiker im Bereich von 1,70 Euro zum Einstieg geraten. Wer dieser Empfehlung gefolgt ist, sollte weiterhin den nachgezogenen Stoppkurs bei 1,75 Euro im Auge behalten. Im besten Fall nimmt Praktiker in dieser Woche noch die 3-Euro-Marke in Angriff.

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