Praktiker: Glückwunsch!
Die Aktie der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker hat sich in den vergangenen Tagen eindrucksvoll zurück gemeldet. Die 2,00-Euro-Marke ist zum Greifen nah. Damit können sich die Anleger glücklich schätzen, die vor wenigen Monaten die Ruhe bewahrt haben, als das Unternehmen knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammt ist.
Aus charttechnischer Sicht stehen die Ampeln auf grün. Nachdem der hartnäckige Widerstand im Bereich von 1,40 Euro geknackt wurde, befindet sich das Papier in einem steilen Aufwärtstrend. Kurzfristig scheint dies zwar einer Fahnenstange zu gleichen, doch im langfristigen Chart ist eine solche noch kaum erkennbar. Vielmehr spricht das Momentum dafür, dass die 2,00-Euro-Marke schon in den kommenden Tagen fallen könnte.
Kapitalerhöhung steht noch aus
Freilich, aus fundamentaler Sicht ist noch nicht alles wieder in trockenen Tüchern. Zwar ist die Refinanzierung zum großen Teil abgeschlossen und auch die Führungsfrage scheint geklärt. Doch noch immer steht die Kapitalerhöhung aus, die wohl noch im laufenden Jahr über die Bühne gehen wird, schließlich garantieren Whitesmith Equity Investors und Donau Invest einen Mindesterlös von 40 Millionen Euro nur dann, wenn die Kapitalmaßnahme bis zum 31. Dezember über die Bühne gegangen ist.

Das Hauptaugenmerk wird sich von der Finanzseite in den kommenden Wochen auf die operative Ebene verschieben. Sprich: Zahlt sich die Umstellung in Max Bahr wirklich aus? Welche Marketing-Kosten kommen auf das Unternehmen zu, um die Marke auch im süddeutschen Raum bekann zu machen? Insgesamt sollen 120 Filialen auf Max Bahr umgeflaggt werden. In den ersten sechs Monaten des Jahres kämpfte der Konzern auf operativer Ebene nach wie vor mit einem Umsatzrückgang von 2,6 Prozent. Max Bahr hingegen konnte um 0,2 Prozent auf 360,6 Millionen Euro zulegen.

DER AKTIONÄR rät investierten Anlegern, an ihren Stücken festzuhalten. Zwar könnte die Kapitalerhöhung noch einmal zu kleineren Turbulenzen führen, aber diese dürften nur kurzfristiger Natur sein. Zudem dürfte die Umbeflaggung der Filialen zu hohen Restrukturierungskosten führen, die aber im Kurs eingepreist sein dürften. Spätestens im zweiten Halbjahr des kommenden Jahres sollten sich dann erste Erfolge zeigen.
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