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Praktiker: Falsches Spiel von Anchorage?

Markus Bußler

Es ist und bleibt verzwickt. Der Vorstand und Aufsichtsrat der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker hatte sich frühzeitig auf die Finanzierung mit dem US-Investor Anchorage festgelegt – gegen den Willen von Großaktionärin Isabella de Krassny. Doch jetzt gibt es neue Probleme.

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Medienberichten zufolge fordert der US-Hedgefonds Anchorage, von dessen Geld Praktiker sein Überleben abhängig gemacht hat, von den Aktionären, Vermietern und Banken weitere Zugeständnisse. Und offensichtlich geht es noch um mehr: Anchorage will den Darlehensbetrag erstmal nur zur Hälfte auszahlen. Die restliche Summe soll erst fließen, wenn Praktiker eine Kapitalerhöhung über 60 Millionen erfolgreich abgeschlossen hat. Das aber könnte schwierig werden. Denn Isabella de Krassny, die über die Wiener Privatbank Semper Constantia und die Investmentgesellschaft Maseltov noch immer rund 15 Prozent an Praktiker hält, hat mit einem Rückzug gedroht.

Die Österreicherin hatte ein eigenes Finanzierungskonzept vorgelegt. Doch dieses hatte der Vorstand abgelehnt. Stattdessen hat man sich auf die Finanzierung mit dem Hochzinsdarlehen von Anchorage verlassen. Doch hier scheint es jetzt Probleme zu geben. Muss Praktiker doch noch auf das Finanzierungskonzept von de Krassny zurückgreifen? Aus Sicht des AKTIONÄRs wäre dieses zwar für den Konzern günstiger, allerdings ist es kaum vorstellbar, dass der Vorstand seine Meinung plötzlich ändert. Willigt der Vorstand allerdings ein, mit der Kapitalerhöhung in Vorleistung gehen zu wollen und steigt Isabella de Krassny wirklich aus, könnte es eng werden. So oder so, die Praktiker-Aktie bleibt ein heißes Eisen. Derzeit ist der Ausgang völlig ungewiss. Sah es vor ein paar Wochen noch nach einer Rettung aus, trübt sich das Bild gerade wieder ein. Eventuell eingegangene Positionen sollten auf jeden Fall mit einem Stopp abgesichert werden. Die Aktie ist ausschließlich etwas für erfahrene, risikobewusste Investoren.

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