Praktiker: Es wird ernst
Die Aktie der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker sollten Anleger genau im Auge behalten. Zuletzt hat die Österreichische Privatbank Semper Constantia ihren Anteil auf unter fünf Prozent reduziert. Das könnte heißen, dass Großaktionärin Isabella de Krassny ihren Ausstieg vorbereitet.
Bereits am Montag hat das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung erklärt, dass Semper Constantia offensichtlich Aktien verkauft hat. Isabella de Krassny kontrollierte bislang über die Wiener Privatbank fünf Prozent der Anteile an Praktiker, über die Investmentgesellschaft Maseltov noch einmal zehn Prozent. Doch zwischen der Großaktionärin und dem Vorstand hatte es zuletzt einen heftigen Streit um den Sanierungskurs gegeben.
Ausstieg von de Krassny?
DER AKTIONÄR hatte bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass dieser Streit dazu führen könnte, dass de Krassny ihr Engagement bei der Baumarktkette überdenkt. Ihr eigenes Sanierungskonzept hatte der Vorstand abgelehnt. Stattdessen setzt man auf ein Hochzinsdarlehen des US-Investors Anchorage. Das besonders Schlimme für die Aktionäre: Anchorage soll die profitable Tochter Max Bahr als Sicherheit erhalten. Im Falle einer Insolvenz würden die Altaktionäre wohl nahezu leer ausgehen.

DER AKTIONÄR geht nicht davon aus, dass der jüngste Anteilsverkauf bereits der Ausstieg gewesen ist. Dann hätte de Krassny sicherlich mehr Anteile verkauft. Vielmehr will man offensichtlich dem Vorstand und auch Aufsichtsrat klar machen, dass die Gefahr besteht, dass man sich zurückzieht. Für die Sanierungsbemühungen des Unternehmens wäre der Verlust des Großaktionärs alles andere als ein gutes Zeichen. DER AKTIONÄR rät investierten Anlegern mit einem Stopp bei 0,95 Euro zu agieren. Sollte dieser unterschritten werden, sollten Anleger die Reißleine ziehen, auch wenn in diesem Fall Verluste anfallen. Das Risiko wird sonst unkalkulierbar.
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