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Praktiker: Ein Favorit für die nächsten Monate?

Markus Bußler

Lange Gesichter gibt es derzeit bei den Praktiker-Aktionären. Während viele Aktien nahe ihrer Jahreshochs notieren, pendeln die Papiere der Baumarktkette um die 6,00 Euro-Marke. Zur Erinnerung: Im Oktober vergangenen Jahres schafften die Aktien noch den Sprung über 10,00 Euro. Die Frage stellt sich fast zwangsläufig: Hat Praktiker das Potenzial, in den kommenden Monaten eine Aufholjagd zu starten?

Die Zahlen sind auf den ersten Blick nicht dazu angetan, diese Frage mit "ja" zu beantworten. Aufgrund des schlechten Wetters verzeichnete Praktiker sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis Einbußen im zweiten Quartal. Der Umsatz sank um 5,6 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro, der Gewinn brach von 34,6 auf 24,8 Millionen Euro ein - betrachtet man das gesamte erste Halbjahr, stand sogar ein Verlust von 11,8 Millionen Euro zu Buche.

Prognose gekappt

Und das eigentlich Schlimme: Vorstandsvorsitzender Wolfgang Werner senkte die Umsatzprognose für das Gesamtjahr und geht von einem Rückgang um eine niedrige einstellige Rate aus. Bislang ging er von einem leichten Plus aus. Dass sich die Reaktion des Marktes in Grenzen hielt, hatte vor allem einen Grund: Im Großen und Ganzen waren die Zahlen als auch die neue Prognose erwartet worden.

Praktiker hatte beschlossen, die 20-Prozent-Rabatt-Aktionen deutlich zu kürzen - und das macht sich negativ auf der Umsatzseite bemerkbar. Allerdings dürfte dadurch langfristig die Marge gestärkt werden. Werner kündigte an, die Zahl der Marketingmaßnahmen noch stärker zu kürzen. Schließlich will er die Rohertragsmarge, die derzeit bei 34,4 Prozent liegt, weiter stärken.

Zudem will Praktiker mit seinem Restrukturierungsprogramm den Konzern neu ausrichten. Bis 2013 soll bei Praktiker bei der EBITDA-Marge eine 3 vor dem Komma stehen, bei Max Bahr sogar eine 4. Beim internationalen Geschäft strebt Praktiker mindestens sechs Prozent an. Positives gab es schon jetzt von der Finanzseite zu vermelden: Die Nettoverschuldung konnte um 31,6 Millionen auf 163,2 Millionen Euro zurückgeführt werden.

Mit den 20-Prozent-Aktionen sorgte Praktiker zunächst für Aufsehen und für volle Baumärkte. Doch die Kehrseite der Medaille zeigte sich schnell: Die Margen gerieten unter Druck und die Aktionen nutzten sich ab. Jetzt muss der Konzern zeigen, dass er auch mit weniger Aktionen den Umsatz annähernd stabil halten und mittelfristig auch wieder steigern kann. Gelingt dies, sind Kurse von 8,00 Euro und mehr wieder möglich. DER AKTIONÄR rät mit einer kleinen Position auf ein solches Szenario zu spekulieren. Die Aktie von Praktiker besitzt nach wie vor Aufholpotenzial.  

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