Praktiker: Das sieht nicht gut aus
Die Aktie von Praktiker hat heute ein neues Tief markiert. Gelingt jetzt nicht die Trendwende droht ein weiterer Abverkauf. Die Aktie könnte dann sogar bis in den Bereich von 0,80 Euro fallen. Zudem wird die Frage immer spannender: Wie will der Vorstand angesichts des Kursverfalls eine Kapitalerhöhung platzieren?
Das Papier der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker notiert heute im Bereich von 1,04 Euro - und damit knapp unterhalb der bisherigen Tiefs. Zwar ist ein weiterer Abverkauf damit noch nicht beschlossene Sache, dennoch steht die Ampel mittlerweile auf dunkelorange. Die Querelen der vergangenen Wochen haben die Anleger noch mehr verunsichert als die schwachen Zahlen. Und sollte jetzt auch noch Heilsbringer Anchorage sich mit der Forderung durchsetzen, dass das Unternehmen zunächst eine Kapitalerhöhung über 60 Millionen Euro platzieren muss, bevor die volle Darlehenssumme fließt, wird es zunehmend eng - nicht nur charttechnisch, sondern auch um den Fortbestand des Unternehmens.
Kapitalerhöhung? Zu welchem Kurs?
Angesichts des neuerlichen Kursrutsches lässt sich eine Kapitalerhöhung im Bereich von 1,00 Euro sicherlich nur noch schwer durchsetzen. Es sei denn, es findet sich jemand, der diese Kapitalerhöhung garantiert. Aber eine solche Institution dürfte weit und breit nicht zu sehen sein. Banken werden dieses Risiko derzeit kaum eingehen - zumal Anchorage sich in seinem Darlehensvertrag einen Zugriff auf die Kronjuwelen von Praktiker, die profitable Tochter Max Bahr, sichern will. Und Großaktionärin Isabella de Krassny? Die wird sicherlich nach ihrer mehrmaligen Kritik an den Darlehenskonditionen eher das Gegenteil tun, als die Kapitalerhöhung garantieren. Durchaus möglich, dass sie sich sogar mit Verlust von ihrem Anteil an Praktiker trennt.

DER AKTIONÄR hat mehrfach betont, dass die Aktie Anlegern vorbehalten ist, die im Notfall auch bereit sind, Verluste zu realisieren. Die Finanzierung steht nach Ansicht des AKTIONÄRs auf Messers Schneide. Es bleibt aus Aktionärssicht die Hoffnung, dass der Vorstand noch auf das Finanzierungskonzept von de Krassny zurückgreifen wird. Doch das erscheint eher unwahrscheinlich, nachdem man diesem Konzept bereits eine klare Absage erteilt hat. Fällt das Papier unter die 1,00-Euro-Marke, sollten Investoren die Reißleine ziehen. Noch ist die Hoffnung auf eine Trendwende jedoch nicht ganz gestorben.
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