Praktiker: Das sieht gut aus
Das Chartbild spricht eine eindeutige Sprache: Die Aktie der Baumarktkette Praktiker scheint das Schlimmste überstanden zu haben. Die hartnäckige Widerstandszone im Bereich von 1,40 Euro ist überwunden. Das Papier nimmt Kurs Richtung 2,00 Euro. Anleger atmen auf.
Ende vergangener Woche kam die überraschende Nachricht: Praktiker hat mit den Investoren Whitesmith Private Equity Investors L.P und Donau Invest Ges.m.b.H. eine sogenannte Back-Stop-Regelung vereinbart. Danach haben sich die Investoren gegenüber der Gesellschaft und der Emissionsbank verpflichtet, im Rahmen einer Bezugsrechtskapitalerhöhung nicht gezeichnete neuen Aktien zu einem Bezugspreis von 1,08 Euro in einem Umfang von 40 Millionen Euro zu übernehmen. Damit steht der Kapitalerhöhung faktisch nichts mehr im Wege.
Finanzierung gesichert
Bereits im Vorfeld hatte Praktiker die Finanzierung unter Dach und Fach gebracht. Kern der Finanzierung ist ein Darlehen einer von der österreichischen Privatbank Semper Constantia beratenen Investorengruppe über 40 Millionen Euro. Das Kapital soll sofort zur Verfügung stehen. „Das Darlehensvolumen ist zwar etwas geringer als ursprünglich angestrebt. Aber dafür sind die Konditionen (...) günstiger als das, was wir an die internationale Fondsgesellschaft hätten leisten müssen", erklärte Finanzvorstand Markus Schürholz. Die Kreditverhandlungen mit dem US-Fonds Anchorage waren zuvor an unterschiedlichen Vorstellungen über die Konditionen gescheitert.

DER AKTIONÄR hatte risikobewussten Anlegern die Aktie der angeschlagenen Baumarktkette bereits frühzeitig ans Herz gelegt. Das Unternehmen ist nach wie vor eine heiße Wette auf einen erfolgreichen Fortbestand. Nachdem die Finanzierung jetzt gesichert scheint, wird der Fokus des Marktes künftig wieder auf dem operativen Geschäft liegen. Hier dürfte es entscheidend sein, dass der Umbau der Filialen zu Max Bahr zügig vorangeht. Investierte Anleger bleiben an Bord.
(mit Material von dpa-AFX)
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