Praktiker: 1,13 oder 2,20 Euro?
Wer wird am Ende die bessere Analyse abgeliefert haben? Jürgen Elfers von der Commerzbank oder Anna Patrice von der Berenberg Bank. Ihr Kursziel unterscheidet sich nur um rund einen Euro. Doch bei der Baumarktkette Praktiker ist dieser eine Euro eine kleine Welt.
Die Commerzbank hat die Einstufung für Praktiker nach der Wahl von Ingo Scholz zum gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger der Baumarktkette auf „Reduce" mit einem Kursziel von 1,13 Euro belassen. Die Kosten für die mit dem Amt zusammenhängenden Kosten, für die Praktiker aufkommen müsse, sowie der Posten selbst seien für die Aktionäre so gut wie irrelevant, schrieb Analyst Jürgen Elfers in einer Studie vom Donnerstag.
Berenberg Bank optimistisch
Die Privatbank Berenberg hat Praktiker dagegen von „Sell" auf „Buy" hochgestuft und das Kursziel von 1,10 auf 2,20 Euro verdoppelt. Angesichts der im Dezember 2012 durchgeführten Kapitalerhöhung habe die Baumarktkette wieder eine hundertprozentige Überlebenschance, schrieb Analystin Anna Patrice in einer am Freitag vorgelegten Studie. Ihre Gewinnschätzungen habe sie entsprechend angepasst. Auch gehe sie davon aus, dass das neue Management einen wirksamen Restrukturierungsplan implementieren werde.

DER AKTIONÄR schlägt sich auf die Seite von Anna Patrice. Das zuletzt vorgelegte Tradingstatement zeigt, dass der Umsatzschwund im Deutschlandgeschäft gestoppt werden konnte. Zwar bleiben einige Fragen offen. So ist zum Beispiel nicht klar, wie sich die Marge entwickelt hat. Immerhin dürfte das Umsatzplus von dem Abverkauf in einigen Praktiker-Filialen profitiert haben. Doch insgesamt scheint der Ansatz, die Filialen auf Max Bahr umzuflaggen stimmig. DER AKTIONÄR glaubt ebenfalls daran, dass die Aktie Kurs auf die 2,00-Euro-Marke nehmen kann.
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