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Postbank: Gute Zahlen, schwacher Ausblick und viel Hoffnung

Michael Schröder

Mit den Zahlen für das zweite Quartal hat die Postbank die Erwartungen der Analysten zwar übertroffen. Allerdings setzt der Vorstandschef des Instituts ein dickes Fragezeichen hinter ihre mittelfristigen Renditeaussichten. Impulse bringen die neuen Daten kaum. Kursfantasie hat die Aktie aber weiter durch die Hoffnungen auf ein baldiges Übernahmeangebot der Deutschen Bank.

Die Postbank hat dank eines guten Privatkundengeschäfts und niedrigerer Belastungen aus Spekulationen im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als von Analysten im Vorfeld erwartet. Dabei ist allerdings zu beachten, dass das Institut deutlich hinter der starken Entwicklung im ersten Quartal zurückgeblieben ist. Unter dem Strich ergab sich ein Überschuss von 57 Millionen nach 15 Millionen Euro im Vorjahr. Damit konnte der Gewinn im ersten Halbjahr von 113 Millionen auf 153 Millionen Euro gesteigert werden.

Euphoriebremse
Postbank-Chef Stefan Jütte tritt dennoch auf die Euphoriebremse. "Wir gehen nach derzeitiger vorsichtiger Einschätzung nicht davon aus, dass sich das Ergebnisniveau des ersten Halbjahres auch im zweiten Halbjahr fortschreiben lässt." Trotz der zu erwartenden Investitionen in die jüngst übernommenen Filialen der Post rechnet der Konzernchef aber weiter mit schwarzen Zahlen im Gesamtjahr. Auch wenn in den vor der Finanzkrise aufgebauten Risikopositionen noch einzelnen Unwägbarkeiten stecken, prognostizierten auch Analysten zuletzt einen Nettogewinn von über 260 Millionen Euro.

Keine Prognose möglich
Die Prognose für die Eigenkapitalrendite wurde dagegen zunächst ausgesetzt. "Erst wenn die Fragen zur Einführung einer Bankenabgabe, zur Reform der Einlagensicherung und zur Verschärfung der Eigenkapitalanforderungen geklärt sind, ist eine seriöse Rentabilitätsprognose wieder möglich", heißt es aus der Konzernzentrale. In der Vergangenheit hatte sich das Institut auf mittlere Sicht eine Nettorendite von 13 Prozent zum Ziel gesetzt. Die Kernkapitalquote stagnierte Ende Juni bei 7,3 Prozent. Den Stresstest hatte die Postbank mit einer Quote von 6,6 Prozent im extremsten Szenario nur knapp bestanden.

Was macht die Deutsche Bank?
Der Konzern kämpft noch immer mit der anhaltend niedrigen Profitabilität. Kursfantasie hat die Aktie nur durch die Hoffnungen auf ein baldiges Übernahmeangebot der Deutschen Bank, die derzeit knapp 30 Prozent an der Post-Tochter hält. Spätestens im Februar 2012 wird die Deutsche Bank über eine Umtauschanleihe von der Deutschen Post weitere Aktien erhalten. Branchenkenner erwarten aber, dass die Deutsche Bank schon im Vorfeld dem Streubesitz ein freiwilliges Angebot unterbreitet. 

Aktie abstauben
Die Postbank-Aktie pendelt seit mehreren Monaten in einer breiten Range zwischen 22 und 26 Euro seitwärts. Anleger sollten daher versuchen, an schwachen Tagen im Bereich um 22,50 bis 23 Euro eine Position aufzubauen. Investierte Anleger sollten den Stoppkurs bei 21,50 Euro beachten.

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