Markus Horntrich
Porsche muss im Zuge der geplanten Fusion mit VW auf das Bundesland Niedersachsen als VW-Großaktionär zugehen. Berater haben dem von Christian Wulff (CDU) regierten Land die Porsche-Insolvenz empfohlen. Wie groß ist die Insolvenzgefahr tatsächlich?
Porsche muss im Zuge der geplanten Fusion mit VW auf das Bundesland Niedersachsen als VW-Großaktionär zugehen. Berater haben dem von Christian Wulff (CDU) regierten Land die Porsche-Insolvenz empfohlen. Wie groß ist die Insolvenzgefahr tatsächlich?
Porsche-Chef Wendelin Wiedeking gehörte in den letzten Monaten nicht unbedingt zu den Fans der niedersächsischen Landesregierung. Im Streit um die Stimmenmehrheit hätte Wiedeking hatte er Niedersachsen des Öfteren angegriffen. Nun schlägt er nach Spiegel-Online-Informationen leisere Töne an. Der Grund ist die geplante Fusion von VW und Porsche, für die Wiedeking die Zustimmung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff braucht.
Wiedekings Friedensangebot
Wie Spiegel-Online schreibt, soll Niedersachsen im neuen Porsche-VW-Konzern die gleichen Rechte erhalten, die das VW-Gesetz dem Land derzeit gewährt. Das heißt: Niedersachsen solle seine Sperrminorität behalten, bei allen wichtigen Entscheidungen könne die Staatskanzlei in Hannover ihr Veto einlegen. Wie Spiegel-Online schreibt, sei Wiedeking bereit, die Sonderrechte Niedersachsens in der Satzung des fusionierten Konzerns festzuschreiben. Auch die Sonderrechte der VW-Beschäftigten sollen auf den geplanten Gesamtkonzern übertragen werden. Sitz des Großkonzerns soll zudem Wolfsburg werden.
Berate empfehlen Niedersachsen die Porsche-Insolvenz
Die Familien Porsche und Piëch würden nach Wiedekings Konzept laut Spiegel-Informationen zwischen 45 und 55 Prozent der Aktien am neuen Porsche-VW-Konzern halten. Eine endgültige Entscheidung, wie ein Zusammengehen zwischen Porsche und VW umgesetzt wird, ist jedoch noch nicht gefallen. (Lesen Sie dazu auch den Artikel: Porsche, VW: Megafusion geplant) Wie Spiegel-Online erfahren haben will, sei das Land Niedersachsen nicht bereit, Risiken von Porsche in einen gemeinsamen Konzern mit VW zu übernehmen. Der Ministerpräsident sehe in den Milliarden-Aktienoptionen, die Porsche zur ursprünglich geplanten VW-Übernahme erworben hat, ein unkalkulierbares Risiko. Wulffs eigene Experten sollen geraten haben, zu warten, bis Porsche in die Insolvenz ginge. Dann könnte VW den Sportwagenhersteller günstig erwerben.

Porsche ist aufgrund der Unsicherheit wie der Zusammenschluss der Konzerne erreicht werden soll derzeit nur eine Halteposition.
Insolvenz unrealistisch
Eine Insolvenz von Porsche ist nach aktueller Lage unrealistisch. Im Extremfall könnte der Sportwagenbauer sämtliche VW-Aktien verkaufen. Selbst wenn man davon ausgeht, dass diese zu einem Kurs von 70 Euro hier sehen Analysten im Mittel den fairen Wert - verkauft würden würde dies über zehn Milliarden Euro einbringen. Die Schulden von Porsche wären damit Geschichte. Das Makabere dabei: Der VW-Kurs würde einbrechen Niedersachsen würde durch den Kursverlust Milliardenverluste in einer Größenordnung verbuchen, die für die Sanierung der Landesfinanzen gerade recht wäre. Wulff wäre mit dieser Lösung wohl schlecht beraten. An der AKTIONÄRS-Einschätzung zu Porsche und VW aus dem Artikel Porsche, VW: Megafusion geplant ändert sich daher nichts.
