Wer gedacht hat, die Finanzkrise sei vorbei, sieht sich jetzt getäuscht. Der schwer angeschlagene US-Anleihenversicherer Ambac steht vor dem Aus. Das Unternehmen warnte gestern, eine Insolvenz bis zum Jahresende sei nicht auszuschließen. Die Ambac-Aktie halbierte sich.
Das Ambac-Management spricht derzeit mit einem Ausschuss vorrangiger Gläubiger über einen vorgefertigten Insolvenzplan, heißt es. Dieser soll Ambac eine rasche Entschuldung ermöglichen. Sollte es in absehbarer Zeit zu keiner Lösung kommen, werde Ambac noch in diesem Jahr einen Insolvenzantrag stellen. Ambac hatte im ersten Halbjahr einen Verlust von 747 Millionen Dollar eingefahren. Per Ende Juni stand das Unternehmen mit 1,6 Milliarden Dollar in der Kreide. Ambac versichert Anleihen, also festverzinsliche Wertpapiere, mit denen Staaten und Unternehmen sich frisches Geld besorgen.
Viele Opfer
Damit ist klar: Die Finanzkrise ist noch nicht vorbei. Sie wird weitere Opfer fordern. Allein in diesem Jahr sind in den USA 139 Regionalbanken pleitegegangen. Falls Ambac wirklich fallen sollte, wäre das Unternehmen das prominenteste Opfer der Finanzkrise seit dem Fall von Lehman Brothers am 15. September 2008.
Schon lange Probleme
Ambac und andere Anleiheversicherer wurde die Abstufung ihrer Kreditwürdigkeit zum Verhängnis. Ambac verlor Anfang 2008 das Spitzenrating. Zuvor waren zahlreiche von Ambac versicherte Hypothekenpapiere ausgefallen. Das Neugeschäft kam mit der Abstufung quasi zum Erliegen. Der Grund: Für die Emittenten von Anleihen waren die Versicherungen nur sinnvoll, solange die Top-Bonitätsnoten der Versicherer die von den Investoren verlangten Zinsen drückten. Aus diesem Grund erklärte Ambac schon vor einem Jahr, von der Pleite bedroht zu sein.
Finger weg
Nachdem bekannt wurde, wie schlecht es um Ambac steht, büßte die Aktie über 50 Prozent ein. Das Papier eignet sich höchstens für Zocker. Seriöse Anleger meiden den Titel.
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