Andreas Deutsch
Laut einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform sind in Deutschland mehr als 100.000 Unternehmen insolvenzgefährdet. Sollte es zu einem erneuten Einbruch der Konjunktur kommen, drohe ein deutlicher Anstieg der Pleiten. Für 2011 erwartet Creditreform 34.000 bis 36.000 Insolvenzen.
"Die deutschen Unternehmen haben den Krisenschock im vergangenen Jahr überstanden", schreibt Creditreform in einer aktuellen Studie. "Allerdings wurde die Bonität der Unternehmen, sprich ihre Zahlungsfähigkeit, durch den Konjunktureinbruch und die Finanzierungsengpässe erheblich angegriffen." Derzeit betrage der Anteil der Unternehmen, denen eine sehr schwache Bonität bescheinigt werden muss, 3,5 Prozent. Das entspricht deutschlandweit etwa 113.000 von 3,3 Millionen Unternehmen, die als risikoreich eingestuft werden.
Unterschiedliche Risiken
Creditreform bewertet deutlich mehr Unternehmen mit einer sehr schwachen Bonität als vor der Krise. "So ist die Zahl der Unternehmen, die in die höchste Risikogruppe eingeordnet werden, seit Rezessionsbeginn um 6,4 Prozent gestiegen. Demgegenüber verlor die Klasse mit ausgezeichneter Bonität 14,3 Prozent der Unternehmen."
Wie hoch die Ausfallgefahr in den einzelnen Wirtschaftszweigen sei, werde am Anteil deutlich, denen lediglich eine sehr schwache Bonität zuerkannt werde. Dieser betrage im Bereich Gastgewerbe immerhin neun Prozent, gefolgt vom Baugewerbe (4,7 Prozent) und den konsumnahen Diensten (4,7 Prozent). Deutlich weniger ausfallgefährdet seien die Wirtschaftsbereiche Chemie/Pharma (1,8 Prozent), Elektrotechnik (zwei Prozent) und Finanzdienstleistungen (2,4 Prozent).