Physische Rohstoffe: Schweizer Vreneli (Teil 15)
Die Anlage in physische Edelmetalle wie Gold- und Silbermünzen wird immer beliebter. Im Rahmen der Serie „Physische Rohstoffe“ stellt DER AKTIONÄR an dieser Stelle die interessantesten Münzen vor.
Hinter dem niedlichen Namen Vreneli verbirgt sich eine bei Sammlern beliebte Schweizer Goldmünze. Das Vreneli ist der Nachfolger der zwischen 1883 und 1896 geprägten Helvetia. Von der Helvetia im Wert von 20 Franken wurden 1,75 Millionen Münzen geprägt. Eine 20-Franken-Gold-Helvetia wiegt 6,45 Gramm und besteht aus 900/1000 Gold (Feingoldgehalt 5,805 Gramm).
Die Schweizer Finanzbehörden haben der Goldmünze Ende der 90er-Jahre des 19. Jahrhunderts eine neue Optik verliehen. Noch heute streiten Experten und Erben, wer für den Entwurf von Fritz Ulysse Landry für das neue Motiv Modell stand: Françoise Kramer-Egli oder Rosa Tännler.
Geschützter Name
Um die beiden Bezeichnungen Helvetia und Vreneli gab es immer wieder Verwirrungen. Unter anderem, weil das Vreneli ursprünglich auch eine Helvetia war und erst vor dem Zweiten Weltkrieg in Vreneli umgetauft wurde. 1943 wurde der Name Vreneli erstmals schriftlich geschützt. Heute werden alle Goldmünzen mit den Jahreszahlen 1897 bis 1949 als Vreneli bezeichnet.
Das 20-Franken-Goldvreneli, das 1897 bis 1949 geprägt wurde, hatte eine Auflage von 58,63 Millionen Stück. Von der 10-Franken-Ausgabe wurden zwischen 1911 und 1922 rund 2,65 Millionen Stück geprägt. Zudem gibt es ein seltenes Vreneli im Nennwert von 100 Franken, von dem nur 5.000 Stück herausgegeben wurden. Als Besonderheit gelten die Jahrgänge 1945 bis 1947. Sie wurden nämlich mit der Jahreszahl 1935 und dem Buchstaben L geprägt. L steht für Lingot, was übersetzt Barren heißt. Das Gold für diese Prägungsjahrgänge stammte aus Beständen der Schweizer Nationalbank. Von den zwischen 1945 und 1947 herausgegebenen Vrenelis wurden rund 20 Millionen Stück geprägt.
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