Physische Rohstoffe: Krügerrand
Die Anlage in physische Edelmetalle wie Gold- und Silbermünzen wird immer beliebter. An dieser Stelle wird DER AKTIONÄR deswegen in den kommenden Wochen die interessantesten Münzen vorstellen.
Der seit 1967 geprägte Krügerrand gehört zu den bekanntesten Goldmünzen der Welt und hat den größten Marktanteil unter den Anlagemünzen (Bullionmünzen). Obwohl sein Goldgehalt nur 916,67/1.000 (22 Karat) beträgt, sind in einer Münze mit einem Feingewicht von einer Feinunze etwa 31,103 Gramm Gold enthalten. Zur Erhöhung der Kratzfestigkeit wird Kupfer zugefügt, was die Münze leicht rötlich schimmern lässt. Damit wiegt die Münze rund drei Gramm mehr als eine vergleichbare Münze mit reinem Goldanteil (24 Karat). Neben der Unze wird der Krügerrand seit 1980 auch in den Stückelungen 1/2 Unze, 1/4 Unze und 1/10 Unze geprägt. Das Motiv bleibt in jedem Jahr beidseitig gleich. Die Münze ist nach dem südafrikanischen Politiker Paul Kruger, der auf der Vorderseite der Münze zu sehen ist, und dem Gebiet „Witwatersrand", in dem Ende des 19. Jahrhunderts erstmals Gold gefunden wurde, benannt. Auf der Rückseite ist das Nationaltier Südafrikas, eine Springbock-Antilope, zu sehen.
Gesetzliches Zahlungsmittel
Der Krügerrand besitzt, im Gegensatz zu den meisten anderen Bullionmünzen, keinen Nennwert und ist in Südafrika dennoch gesetzliches Zahlungsmittel. Sein Wert orientiert sich am täglichen Goldfixing in London. Damit liegt seine Kaufkraft deutlich höher als die anderer Münzen mit Nennwert, denn der eigentliche Goldwert übersteigt den Nennwert einer Münze in den meisten Fällen um ein Vielfaches.
Aufgrund der andauernden Apartheid beschlossen die Europäische Gemeinschaft und die USA 1986 ein Einfuhrverbot für den Krügerrand. Die Auflagenzahl, die zuvor Spitzenwerte von sechs Millionen Stück im Jahr erreichte, sank anschließend deutlich. Erst 1999 wurde das Einfuhrverbot aufgehoben. Auch wenn der Krügerrand als Bullionmünze bezeichnet wird und sich sein Wert sehr eng am Goldpreis orientiert, gibt es während des Einfuhrverbots geprägte Jahrgänge, die bei Sammlern sehr begehrt sind und daher deutlich höher gehandelt werden. Besonders der Jahrgang 1992 erzielt regelmäßig Höchstpreise.
Zwar ist der Goldanteil nicht mehr zeitgemäß, aber dennoch ist der Krügerrand ein Pflichtinvestment und gehört in jedes physische Edelmetalldepot.
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