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Phoenix Solar vor Comeback: Vorzieheffekte federn Förderkürzung ab - Vorstand optimistisch

Michael Schröder

2010 war bisher nicht das Jahr der Phoenix Solar AG. Seit Jahresanfang hat die TexDAX-Aktie über 40 Prozent an Wert verloren. Großen Anteil an dieser Entwicklung hatte die Kürzung der Solarförderung durch die Bundesregierung. Mit den heute vorgelegten Zahlen sollte die Aktie eine Gegenbewegung einläuten.

Notierte die Aktie der Phoenix Solar AG Anfang Januar noch über 45 Euro, wurden in der vergangenen Woche nur noch 26,61 Euro für die Papiere bezahlt. Ein Blick auf den Chart zeigt das Ausmaß der Talfahrt eindrucksvoll auf. Der Schuldige ist schnell gefunden: die von der Bundesregierung beschlossene Kürzung der Solarförderung. Immerhin hat der ausgelöste Nachfrageboom in den letzten Wochen und Monaten des Jahres 2009 dem Photovoltaikunternehmen die Bilanz halbwegs gerettet. Durch diese Vorzieheffekte ging der Auslandsanteil von 39,7 Prozent in 2008 auf 5,8 Prozent zurück. Geschäfte machte die Gesellschaft, die Photovoltaik-Großkraftwerke plant, baut und betreibt und als Fachgroßhändler für Solarstrom-Komplettanlagen und Solarmodule agiert, damit fast ausschließlich in Deutschland.

Besser als erwartet

Der Umsatz stieg im abgelaufenen Jahr um 17,5 Prozent auf 473 Millionen Euro und lag damit am oberen Ende der im November gesenkten Konzernprognose. Rund die Hälfte der Erlöse erzielte Phoenix Solar in den letzten drei Monaten. Das EBIT brach aufgrund der eingebrochenen Verkaufspreise und Abwertungen von Vorratsbeständen dagegen um über 60 Prozent auf 12,2 Millionen Euro ein. Der Überschuss sank in gleichem Maße auf 8,6 Millionen Euro. Insgesamt sind die vorgelegten vorläufigen Zahlen aber besser ausgefallen als von Analysten im Vorfeld erwartet. Trotz des Gewinneinbruchs will die Gesellschaft eine Dividende in Höhe 0,20 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,30 Euro) ausschütten.

Vorstand optimistisch

Für das laufende Jahr zeigt sich Vorstand Dr. Andreas Hänel optimistisch - trotz der geplanten Förderkürzung. Er geht von einem stark wachsenden Absatzvolumen, steigenden Umsätzen und einer verbesserten Ertragslage aus. Vor allem das Auslandsgeschäft soll sich nach dem heftigen Einbruch im vergangenen Jahr wieder beleben. Eine detaillierte Prognose für das laufende Jahr will Hänel aber erst geben, wenn das endgültige Ergebnis der geplanten Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in Deutschland vorliegt.

Erste Position aufbauen

Phoenix Solar ist mit einem Auftragsbestand von knapp 300 Millionen Euro in das Jahr eins nach der Förderkürzung gegangen. Damit dürften die Geschäfte auch im ersten Halbjahr 2010 gut anlaufen. Mit den jüngsten Expansions-Schritten wurde die Abhängigkeit vom deutschen Absatzmarkt verringert. Nach SMA Solar plant auch Phoenix Solar den Markteintritt in Nordamerika. Auch wenn der Ausblick noch sehr vage ist, sollten die vorläufigen Zahlen ausreichen, um wieder Käufer in die Aktie zu locken. Risikobewusste Anleger bauen daher auf dem aktuellen Niveau eine erste Position auf. Das erste Kursziel liegt im Bereich von 31 Euro. Ein Stoppkurs bei 25,50 Euro sichert ab.

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