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Pfleiderer: Die Wende?

Markus Bußler

Die Aktie des Holzverarbeiters Pfleiderers darf getrost als eine der größten Enttäuschungen des vergangenen Jahres betrachtet werden. Die hohe Verschuldung hat das Unternehmen fast in die Insolvenz getrieben. Mittlerweile haben Hedge Fonds das Kommando übernommen. Neue Meldungen machen Mut – auf den ersten Blick.

Schon länger hat das Management versucht, das Nordamerikageschäft abzustoßen. Aus dem einstigen Hoffnungsträger wurde in der Finanzkrise das Sorgenkind. Doch Experten bezweifelten, ob sich dies angesichts der schwachen konjunkturellen Lage und der noch immer vorhandenen Überkapazitäten auf dem Markt verwirklichen lässt. Jetzt meldet der Konzern einen Teilerfolg: Im Zuge ihrer Sanierung verkaufen die Oberpfälzer die Span- und Faserplattenwerke im US-Bundesstaat North Carolina für 47,5 Millionen Euro an die chilenische Paneles Arauco.

„Großer Erfolg"

„Die Veräußerung von Moncure ist ein großer Erfolg. Wir sind insgesamt bei dem Verkauf des Nordamerika-Geschäfts voll im Plan und sehr zuversichtlich, die geplanten Erlöse zu erzielen", kommentiert Joachim Ziems, Sanierungsvorstand bei Pfleiderer, diesen Schritt. Nach wie vor stehen die Plattenwerke in Kanada und das Fußbodengeschäft der Laminat-Tochter Pergo zum Verkauf. Auch diese Veräußerung soll bis Mitte 2012 abgeschlossen sein. Auf den ersten Blick scheint sich der Konzern im Soll zu befinden. Schließlich hatte das Unternehmen zuletzt auch von steigenden Umsätzen berichten können. Doch die bilanzielle Lage hat sich damit noch nicht gebessert. Hierzu ist wohl der schon beschlossene Schuldenschnitt nötig. Gerichte verhandeln derzeit über Klagen von Anlegern. Immerhin werden die Anteile der Altaktionäre durch die Maßnahme fast vollständig verwässert.

Die Aktie von Pfleiderer sollten Anleger auch im neuen Jahr weiter meiden. Der Schuldenschnitt dürfte nötig sein, um die Überlebensfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Doch selbst wenn Pfleiderer überlebt, dürften die Aktionäre in die Röhre schauen. Ihre Anteile werden in diesem Fall verwässert. Das Sagen haben die Hedge-Fonds. Und was diese mit dem Konzern im Fall einer erfolgreichen Sanierung vorhaben, ist nach wie vor unklar.

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