Pennystock Ade: Griechen-Zockeraktie hebt ab
Wer den Nervenkitzel liebt, sollte auf diese spannende Glücksspiel-Aktie setzen. Die extrem günstig bewerte Intralot hat nun erneut respektable Halbjahreszahlen vorgelegt.
"Die griechische Wirtschaft steht für Oliven und Tourismus“, so Marc Faber. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Es gibt Intralot! Einen lupenreinen globalen Champion. Die heimische Krise ist kein Problem. Denn der Anbieter von Hard- und Software für Lotto-, Sportwettenanbieter und Kasinos erzielt rund 90 Prozent seiner Erlöse außerhalb Griechenlands. Und das sind eine Menge: Mit 1,2 Milliarden Euro Umsatz ist Intralot der weltweit zweitgrößte System-Anbieter für Online- und Offline-Lottospiele. Dabei ist Intralot hochprofitabel.
Auch die jetzt vorgelegten Halbjahreszahlen überzeugten. Der Umsatz legte um 17 Prozent auf 690 Millionen Euro und das EBITDA um 12 Prozent auf 81 Millionen Euro zu. Ein Standbein der Griechen sind sogenannte Video Lottery Terminals (VLTs). Nur optisch erinnern sie an klassische Spielautomaten. Die VLTs sind mit einem zentralen Hauptserver vernetzt, in dem ein Zufallsgenerator darüber entscheidet, ob bei Bingo oder anderen Glücksspielen die „richtigen“ Zahlen ausgespuckt werden. Rechtlich wichtig: Die intelligenten Spiel-Computer können anhand der Verhaltensmuster der einzelnen Spieler frühzeitig eine drohende Spielsucht erkennen.
Bingo, Keno, Lotto
Intralot liefert Computersysteme und kümmert sich darüber hinaus um die Abwicklung des gesamten Spielprozesses. In einigen Ländern betreiben die Griechen das Glücksspiel in Partnerschaft mit Regierungen gleich selbst.
Erst im Sommer wurde gemeldet, dass sie für 39 Millionen Euro eine 10-Jahres-Konzession für das Lottogeschäft in Malta erhalten haben. Die Intralot-Tochter Maltco bietet den Kunden dabei mehr als das in Deutschland bekannte klassische "Lotto“ an. Zum Angebot gehören auch Spiele wie Bingo, Keno oder "Instant Tickets“ (Rubbellose).
Wirklich "cool“ sind Rubellose oder Lottoscheine bei den Jugendlichen jedoch längst nicht mehr. Daher hat Intralot im Mai "voller Stolz“ die papierlose Lotterie "Tap’n Play“ vorgestellt. Diese basiert auf der kabellosen und sicheren Übertragungstechnologie NFC. Damit ist nicht nur das Tippen von Zahlen, sondern auch das interaktive und gemeinsame Spielen per Smartphone oder Tablet möglich.
Sportwetten in Afrika
Natürlich hat die in 53 Ländern aktive Intralot nicht erst jetzt die Chancen der neuen Medien erkannt. Bereits 2011 hat der Glücksspiel-Spezialist ein großes Sportwetten-Projekt in Aserbeidschan gestartet. Vor wenigen Wochen wurde zudem in Südafrika das Portal Justbet.co.za vorgestellt. Darüber können Kunden per Smartphone, Internet oder Telefon auf die Ergebnisse der in dieser Region so populären Sportarten Rugby, Cricket, aber auch Fußball wetten.
Zielmärkte Deutschland und USA
Intralot spielt eines direkt in die Hände: Der weltweit zu beobachtende Trend der Staaten, ihren Glücksspielmarkt für private Anbieter zu öffnen. Begehrtester Markt sind dabei die USA. Die Griechen schreiben im Geschäftsbericht: „Die Legalisierung von Internet-Glücksspielen in Nordamerika ist
ein bedeutender Wachstumsimpuls. Die aktuellen Entwicklungen scheinen den Weg für Lotterieunternehmen zu öffnen, ihre Angebote per Internet zu vertreiben. Auch die Einführung von Internet-Poker dürfte möglich werden.“ Im Juni hat nun mit Nevada der erste Bundesstaat grünes Licht für solche Online-Glücksspiele gegeben. Weitere dürften folgen, was große Wachstumschancen für Intralot eröffnet.
Ähnlich verhält es sich mit dem deutschen Markt, der ebenfalls im Visier von Intralot ist.

Pennystock war gestern
Es gibt drei triftige Gründe, bei Intralot einzusteigen: Das sehr attraktive 2012er-KGV von 6, die gerade erfolgte Trendwende im Chart und Rückenwind durch die weltweite Glücksspiel-Liberalisierung. Die Aktie eignet sich nur für risikobewusste Anleger.
Dieser Text ist in Ausgabe 29/2012 in der Rubrik "Hot Stock der Woche“ erschienen und wurde am 5. September aktualisiert.
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