Panikverkäufe bei Trina, Yingli und Suntech – wie reagieren Solarworld, Conergy und Co?
Zum Wochenauftakt kamen chinesische Solaraktien an der New Yorker Börse kräftig unter die Räder. Trina Solar und Yingli verloren über zehn Prozent, Suntech Power sogar 15 Prozent an Wert. Was sind die Hintergründe und wie wirken sich die chinesischen Panikverkäufe auf deutsche Solaraktien aus?
Ein rabenschwarzer Tag für chinesische Solaraktien: Gleich reihenweise mussten die Papiere zweistellige Kursverluste hinnehmen. Besonders hart traf es Suntech Power, die um 15 Prozent einbrachen. Der weltweit größte Hersteller von Solarmodulen hatte gemeldet, er sei um 560 Millionen Euro betrogen worden.
Prognose kassiert
Aber das war nicht die einzige schlechte Nachricht an einem äußerst schattigen Solar-Montag. Trina Solar musste seine Prognose für das zweite Quartal deutlich nach unten anpassen. Statt der ursprünglich angepeilten 500 bis 520 Megawatt wird der Konzern nur 390 bis 420 Megawatt ausliefern. Die Bruttomarge werde nur zwischen sieben und neun Prozent und nicht wie geplant bei zehn Prozent liegen.
Insbesondere das US-Geschäft sei schlecht gelaufen, teilte Trina mit, was vor allem an den neuen Strafzöllen läge. Hinzu kämen einige Verzögerungen bei Großprojekten in China. Die Anleger waren alles andere als erfreut und schickten die Aktie auf Talfahrt. Der Kurs brach um über zehn Prozent ein, der Titel rutschte auf den tiefsten Stand seit drei Jahren.
Yingli auf All-Zeit-Tief
Die Aktie von Yingli Green Energy ist sogar auf ein neues All-Zeit-Tief gefallen. Hier reichten allein die schlechten Nachrichten der Konkurrenz, um den Kurs um weitere zehn Prozent nach unten zu drücken. Anleger befürchten, auch Yingli werde um eine Gewinnwarnung wohl nicht herumkommen.

Chinesische Probleme
Die Ausverkaufsstimmung in China muss sich nicht zwangsläufig auf die Kursentwicklung der deutschen Solaraktien auswirken, da die Probleme der chinesischen Firmen entweder - wie bei Suntech Power - hausgemacht sind oder sie - wie bei Trina Solar - mit den neuen Strafzöllen zusammenhängen. Aber dennoch sollten sich Anleger mit Investments bei Solaraktien weiterhin zurückhalten, die Risiken sind immens hoch.
Leserkommentare
Die Kommentarfunktion wird moderiert. Die Moderation liegt alleine bei der Börsenmedien AG. Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt.
Disqus ist ein Online-Dienst und wird von der Big Head Labs, Inc. aus San Francisco in den USA zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden sind in den Börsenmedien-Datenschutzbestimmungen zu finden.
Aktien-Reports
Weitere Artikel zum Thema
Die Solarworld-Aktie verliert am Dienstag gut acht Prozent an Wert, notiert aber mit 0,74 Euro noch immer weit über ihrem fairen Wert. Anleger müssen sich auf weitere Verluste einstellen. Der faire Kurs dürfte bei maximal 0,13 Euro liegen....mehr |
Um 13 Prozent schnellte die Aktie von Yingli Green Energy am Montag nach oben. Der chinesische Modulbauer hat offensichtlich eines der größten Solarprojekte der Welt an Land gezogen. Es geht um eine Gesamtleistung von 3 Gigawatt....mehr |
Die Aktie von Solarworld schießt zum Wochenauftakt um zeitweise fast 30 Prozent nach oben. Der am Wochenende durchgesickerte Rettungsplan beflügelt die Fantasie der Aktionäre. Aber warum eigentlich? Was ist die Aktie wirklich wert?...mehr |
Schnell, kompakt, konkret. Aktien-Experte Alfred Maydorn analysiert die wichtigsten und interessantesten Aktien der Woche. In dieser Ausgabe: Solarworld, Praktiker, Commerzbank, Nokia, Apple und Blackberry....mehr |
Gerüchten zufolge ist die Rettung von Solarworld in trockenen Tüchern. Ein Investor aus Katar will offensichtlich einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Auch Firmenchef Frank Asbeck wird sich an der Rettung seines Konzerns beteiligen. Die Aktie schießt im frühen Handel um über 20 Prozent nach oben....mehr |
























