Nordex springt an – die Großwetterlage bleibt aber trüb
Ungewohntes Bild bei Nordex: Die Aktie wird heute mit einem satten Plus in den Handel gehen. Anleger reagieren auf die Nachricht, dass das US-Handelsministerium künftig Strafzölle auf chinesische Windkraftanlagen erheben will. Davon dürfte der deutsche Windkraftanlagenbauer Nordex profitieren.
Der Handelskrieg zwischen den USA und China geht in eine neue Runde. Diesmal geht es um das Geschäft mit alternativen Energien. Das US-Handelsministerium kündigte am Vorabend Strafzölle von 13,7 bis 26 Prozent auf chinesische Windkraftanlagen an. Dies sei eine Reaktion auf entsprechende staatliche Subventionen, mit denen Peking seine heimische Industrie unterstützt. Hiervon könnte Nordex wegen seiner Aktivitäten in den USA etwas profitieren.
Rote Zahlen
Überbewertet sollte diese Nachricht nicht werden. Nordex steckt weiter in der Krise. Zwar sind die Umsätze im ersten Quartal um 8,3 Prozent gestiegen. Der Gewinn rutschte aber erneut in den roten Bereich ab. Aufgrund des hohen Preisdrucks fiel unterm Strich ein Verlust von 14 Millionen Euro an. Schaut man auf den Auftragseingang, macht sich Hoffnung breit. Mit 312 Millionen Euro hat Nordex im ersten Quartal das Volumen der Bestellungen verdoppelt. Das Management hält an der Prognose fest, dass man im Gesamtjahr einen Umsatz von 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro und ein Vorsteuerergebnis von 10 bis 33 Millionen Euro erwirtschaften wird.

Gewinne müssen her
Ob es mit der Nordex-Aktie in diesem Jahr wieder aufwärts geht, bleibt ungewiss. Der Windanlagenhersteller muss jetzt zeigen, dass er sich gegen die harte Konkurrenz durchsetzen kann und den Preiskampf besteht. Steht 2012 tatsächlich ein operativer Gewinn von 10 bis 33 Millionen Euro, ist die Aktie derzeit mit einer Marktkapitalisierung von 219 Millionen Euro unterbewertet. Ob das Management sein Versprechen einhalten kann, bleibt aber mehr als fraglich. Die Aktie ist kein Kauf.
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