Steffen Eidam
Der US-Sportartikelhersteller gibt den deutschen Wettbewerbern mit der Vorlage starker Zahlen eine Steilvorlage. Das Geschäft boomt vor allem in den Schwellenländern, aber auch in Westeuropa zog der Absatz merklich an. Auch für Adidas und Puma geht es los: Der Countdown zur Fußball-WM läuft.
Die Aktien von Adidas und Puma dürften heute zulegen. Vor dem Hintergrund eines sehr optimistischen Ausblicks, den der Wettbewerber Nike in der vergangenen Nacht im Rahmen seiner Zahlenpräsentation gab, sollte sich auch bei den deutschen Konkurrenten eine merkliche Steigerung der Absatzerlöse einstellen. Neben einem starken Wachstum in den Schwellenländern dürfte auch das Geschäft in Westeuropa wieder anziehen. Und dann ist da ja noch die Fußball-WM in Südafrika, die in wenigen Monaten die Blicke von Millionen Fans auf sich zieht.
Nike überrascht mit starkem Quartal
Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum glatt verdoppelt. Unter dem Strich stand ein Plus von 496 Millionen Dollar oder umgerechnet 1,01 Dollar je Aktie. Der Umsatz im dritten Geschäftsquartal stieg um sieben Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar. Mit diesen Zahlen hat der US-Konzern die Analystenerwartungen deutlich übertroffen. Am Markt hatte man Nike nur einen Gewinn von 89 Cent je Anteilsschein und einen Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar zugetraut. "Wir hatten ein großartiges Quartal", sagte ein begeisterter Konzernchef Mark Parker. Neben den Schwellenländern und China zog auch der Absatz in Westeuropa an.
Die weiteren Geschäftsaussichten sind sehr gut, wie ein Blick auf den Auftragseingang unterstreicht. Demnach zogen die Bestellungen für März bis Juli Waren um neun Prozent auf 7,1 Milliarden Euro an. Im laufenden vierten Quartal erhofft sich Nike ein Umsatzplus im mittleren bis hohen einstelligen Bereich.

Adidas und Puma wieder im Fokus
Die starken Nike-Zahlen sollten auch die Wettbewerber Adidas und Puma beflügeln. Dabei ruhen die Hoffnungen der Sportartikel-Industrie vor allem auf der bevorstehenden Fußball- Weltmeisterschaft in Südafrika.
Allen voran Adidas, die Nummer 1 im Segment Fußball. Die Herzogenauracher peilen einen WM-Erlös von mehr als einer Milliarde Euro an - das ist absoluter Rekord. Von den schwachen Zahlen hat sich die Aktie zuletzt wieder etwas erholt und marschiert nun auf die nächste charttechnische Hürde bei 39 Euro zu. DER AKTIONÄR rät zum Einstieg mit einem von 47 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 32 Euro gesetzt werden.
Auch Puma ging nach der Vorlage eher schwächerer Zahlen zunächst auf Tauchstation. Die Fußball-WM sollte aber auch hier für steigende Erlöse sorgen. DER AKTIONÄR hält an seiner Kaufempfehlung für Puma fest. Das Kursziel auf Jahressicht lautet 275 Euro, der Stoppkurs sollte bei 172 Euro platziert werden.