Alfred Maydorn
Die schwarz-gelbe Koalition hat sich geeinigt: Wie erwartet werden die Solarsubventionen ab Juli um 16 Prozent gekürzt. Überraschend wurde allerdings die Förderung für Anlagen auf Ackerflächen komplett gestrichen. Diese Nachricht lässt die Kurse von Solaraktien erneut einbrechen.
Die schlechten Nachrichten für die Solarbranche reißen nicht ab: Nachdem am frühen Dienstagmorgen Q-Cells katastrophale Zahlen vorgelegt hat, droht der Sonnenindustrie jetzt ein wichtiger Geschäftsbereich komplett wegzubrechen. Die Bundesregierung hat sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur darauf geeinigt, die Subventionierung für Dachanlagen und für Anlagen auf Freiflächen ab dem 1. Juli um 16 Prozent zu kürzen.
Ärger mit dem Acker
Diese Kürzung war von Experten so erwartet worden. Völlig überraschend war jedoch, dass Anlagen auf Ackerflächen nicht mehr in die Förderung aufgenommen werden sollen. Experten zufolge wurden bisher etwa die Hälfte aller Freiflächenanlagen in Deutschland auf ehemaligen Ackerflächen errichtet. Dieser Markt dürfte ohne Förderung zukünftig vollständig zum Erliegen kommen.
Solarworld stürzt auf Jahrestief
Die deutschen Solartitel reagieren auf die neuen Bestrebungen der Koalition mit heftigen Kursabschlägen. Solarworld stürzt um rund sieben Prozent auf 10,40 Euro und damit auf ein neues Jahrestief, Conergy gibt um zwei Prozent auf 0,75 Euro nach und Q-Cells notiert unverändert bei 7,72 Euro, nachdem der Titel am Vormittag zunächst trotz der schlechten Zahlen zu einer kräftigen Gegenbewegung angesetzt hatte.

Weitere Verluste zu erwarten
Noch sind die neuen Bestimmungen nicht endgültig, sie sollen im Kabinett zeitnah beraten werden. Die Verunsicherung der Anleger hat mit den neuesten Äußerungen weiter zugenommen und macht eine schnelle Erholung der gebeutelten Solaraktien unwahrscheinlich. Im Gegenteil, es ist sogar mit weiteren Kursverlusten zu rechnen.