Florian Söllner
Und es geht doch: Die komplette Stromversorgung mit Alternativen Energien. Dem Umweltbundesamt zufolge könnte 2050 Strom aus Kohle oder Kernkraft überflüssig sein.
Der Solar- und Windkraft gehört die Zukunft. Davon geht auch das Umweltbundesamt aus. Die jetzt vorgelegte Studie kommt sogar zu dem Schluss: In Deutschland ist im Jahr 2050 eine vollständig auf erneuerbaren Energien beruhende Stromerzeugung technisch möglich. Doch noch ist eine 100-prozenzige Abdeckung weit entfernt - 2009 lag der Anteil "grüner" Energien bei 16 Prozent. Die Experten stellen daher klar: "Es gibt noch sehr viel zu tun".
Vor allem der massive Ausbau der Solar- und Windkraft ist Vorraussetzung für dieses große Ziel. So wird etwa der Photovoltaik eine potenzielle Leistung von 120 GW bis 2050 zugetraut. Würde man sämtliche Dachflächen von 1.620 km² mit Solarmodulen belegen, stünde sogar eine installierte Leistung von 275 Gigawatt zur Verfügung. Zum Vergleich: 2011 werden erst 6 GW erwartet. Aber auch die Windkraft könnte bis 2050 über 100 GW Leistung beitragen.
Extremes Wachstum erwarten die Experten zudem für Plug-in-Hybride und reine Elektrofahrzeuge, die im besten Fall bis 2050 etwa die Hälfte der gesamten Fahrleistung in Höhe von 564,7 Milliarden PKW-Kilometern elektrisch beisteuern können.
Vorteilhafte Investitionen
Die Studie kommt zu dem Schluss: "Eine vollständig auf regenerativen Energien basierende Stromversorgung ist auch ökonomisch vorteilhaft. Die Kosten sind geringer als die Kosten, die bei einem ungebremsten Klimawandel auf uns und künftige Generationen zukommen würden." Der Politik schlagen die Experten die Verankerung dieser konkreten Zielsetzungen vor: 35%, 60%, 85% und 100% für die Zieljahre 2020, 2030, 2040 und 2050.
Rückenwind für Aktien-Favoriten
Schon im September will Umweltminister Norbert Röttgen ein neues Energiekonzept erarbeiten. Orientiert er sich an dieser neuen Studie, ist weiterer Rückenwind für die Erneuerbare-Energien-Branche zu erwarten. Klar ist: Die Solar- und Windkraft bleibt wichtigste Stütze des Energie-Umbaus. Favoriten des AKTIONÄRs sind neben deutschen Playern wie SMA Solar, Solarworld, Sunways oder Centrosolar internationale Firmen wie Yingli oder Satcon. Der Wind-Favorit ist PNE Wind. Da die massive Veränderung der Netze Smart-Grid-Investitionen erfordert, bleibt auch PSI eine hochinteressante Depotbeimischung.