Belegschaft verweigert Lufthansa-Sparkurs
Die Lufthansa will ihren Sparkurs mit allen Mitteln vorantreiben. Allerdings droht nun Ärger seitens der Belegschaft. Das Kabinenpersonal will mehr Geld und droht daher mit Streik. Die Lage spitzt sich zu.
Die Lufthansa ist bei der Umsetzung der Sparmaßnahmen keineswegs zimperlich. Das musste zuletzt das Bordpersonal der defizitären Tochter Austrian Airlines feststellen. Die Gewerkschaft UFO will nun mit allen Mitteln eine weitere Nullrunde bei der Kerngesellschaft verhindern. Einen erster Etappensieg wurde bereits errungen.
Management ruft zum Sparen auf
Die Lufthansa ist auf einem guten Weg. Nicht zuletzt dank des laufenden Sparprogramms Score konnte der operative Gewinn im Zeitraum von April bis Juni um fast 28 Prozent auf 361 Millionen Euro gesteigert werden. Unter dem Strich standen allerdings mit 229 Millionen Euro rund 24 Prozent weniger auf der Habenseite als im Vorjahr. Vorstandsvorsitzender Christoph Franz und Passage-Chef Carsten Spohr appellierten daher an die Mitarbeiter: "Hohe Passagierzahlen und Sitzladefaktoren sagen leider nichts darüber, was unterm Strich in der Kasse übrig bleibt. Und das reicht weiterhin nicht aus, um die erforderlichen Investitionen stemmen zu können, die wir benötigen, um auch in Zukunft als Premium-Airline die Nase vorn zu haben."

Personal zum Streik bereit
Die Arbeitnehmer wollen sich den Vorgaben der Konzernführung aber nicht unterwerfen. So könnte es demnächst zu Arbeitsniederlegungen in größerem Umfang kommen. Für eine Urabstimmung über einen möglichen Streik des Kabinenpersonals konnte die Gewerkschaft UFO die notwendige Beteiligung von 70 Prozent aller streikberechtigten Beschäftigten in kurzer Zeit erreichen. Am Mittwoch wird das Ergebnis der Abstimmung bekannt gegeben. Allerdings wollen die Arbeitnehmervertreter der Airline bis zum 16. August Zeit geben, um ein verbessertes Angebot für die rund 18.000 Flugbegleiter vorzulegen. Stein des Anstoßes sind vor allem die Pläne des Managements für den Aufbau einer Direktfluggesellschaft aus Teilen der Lufthansa und der Tochter Germanwings, was wiederum zu zahlreichen Stellenstreichungen führen dürfte. Zudem fordern die Arbeitnehmervertreter nach drei Jahren Nullrunden einen Aufschlag bei den Gehältern.
Harte Auseinandersetzung
Die Fronten zwischen Arbeitnehmer und Geschäftsführung bei der Lufthansa sind verhärtet. Sollte das Management eine neue Direktfluggesellschaft durchsetzen können, drohen neben einem massiven Stellenabbau auch drastische Gehaltseinschnitte. Ein möglicher Streik würde die damit einhergehenden Verbesserungen in der Konzernbilanz aber weitestgehend neutralisieren - je nach Umfang der Maßnahmen. Anleger sollten derzeit eine Beruhigung der Lage abwarten. Mittelfristig zählt die Kranich-Aktie zu den Top-Branchenpicks des AKTIONÄR.
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