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Neue Solar-Feinde: Merkel berät über Zukunft für Solarworld, SMA, Conergy und Centrotherm

Florian Söllner

Kommt es noch schlimmer als gedacht für die deutsche Solarbranche? Nach dem Rauswurf von Norbert Röttgen formieren sich die Solar-Gegner neu. CSU-Chef Horst Seehofer liegen offenbar vor allem neue Gaskraftwerke am Herzen.

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„Norbert Röttgen, Solar-Feind Nr. 1", titelte unlängst Photon. Doch das Branchenmagazin war wohl etwas voreilig. Nach dem Rauswurf des Umweltministers könnte es unter unter seinem Nachfolger Peter Altmaier sogar noch schlimmer kommen - denn nun drängen sich altbekannte und neue „Solar-Feinde" in den Vordergrund. So will CSU-Chef Horst Seehofer Welt-Online zufolge lieber mehr Gaskraftwerke bauen und freut sich daher über die Ernennung von Altmaier: "Er wird uns voranbringen". Das "vollkommen verkorkste" Einspeisegesetz EEG stellt er in Frage: "Es wäre besser, wir würden es neu machen".

Auch FDP-Chef Philipp Rösler ist mit seinen bekannten Argumenten auf Pressetour. "Mehr als sechs Milliarden Euro der Umlage für erneuerbare Energien gingen in die Förderung von Photovoltaik, obwohl diese nur drei Prozent des Stroms produzieren", sagte er dem ARD-Morgenmagazin. (Rösler bezieht sich auf irreversible Kosten, die in der Vergangenheit und zu teils drei mal so hohen Vergütungssätzen wie den aktuellen bzw. künftigen entstanden sind). Die Forderung nach noch stärkeren Kürzungen wird er wohl heute um 11 Uhr wiederholen. Dann trifft er sich mit Kanzlerin Angela Merkel, Altmaier und Seehofer zu dreistündigen Beratungen.

Solar lohnt sich

DER AKTIONÄR hält es weiterhin für richtig, aufgrund der gefallenen Modulpreise die Vergütung für eingespeisten Strom zu senken. Doch - ganz im Sinne der alten Versorger - einen Quasi-Deckel einzuführen oder die Abnahmeverpflichtung des sauberen Stroms in Frage zu stellen, wäre Gift für die Solarbranche, die langfristige Entwicklung der Strompreise (Stichwort Wettbewerb für E.on und Co) und den Schutz der Umwelt. Gerade aufgrund der jetzt günstigen Systemspreise lohnt sich für Deutschland mittlerweile jeder Euro Solarförderung. "Viele Medien, Politiker und Endkunden sind sich der Wirtschaftlichkeit von Solarstrom nicht bewusst", so Bloomberg New Energy Finance (BNEF).

Internationalisierung wichtig

Auch wenn die deutsche Regierung Solarstrom tatsächlich weiter ausbremst - für global agierende Solarfirmen gibt es Hoffnung. So fördern nun auch Brasilien und Japan verstärkt Solarstrom. Zudem ist die Sonnenkraft teilweise (siehe auch: Netzparität) bereits günstiger als Versorger-Strom. Trotzdem bleibt die Einspeisevergütung essentiell, da nur so die Allgemeinheit den Strom aus dem Solardach von Max Mustermann nutzen kann, während dieser in der Arbeit ist. Denn die eigene Speicherung ist (noch) nicht rentabel.

Centrotherm mit Lebenszeichen

Der unter seinem Buchwert gehandelte Solarausrüster Centrotherm, der vor allem chinesische Firmen beliefert, zeigt nach positiven Analystenkommentaren auch am Dienstag Stärke. Der jüngste Rebound bei Solarworld scheint hingegen vorbei. Die jüngste Einschätzung zu Conergy finden Sie hier.

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