Netzparität in Hawaii und Australien: Neue Märkte für Solarworld, Conergy, Centrotherm und Co
Eine neue Studie unterstreicht: Die Solarkraft ist in ersten Ländern bereits wettbewerbsfähig. Mit Brasilien oder der Türkei kommen neue Märkte hinzu. Dennoch bleibt das Umfeld anspruchsvoll.
Warren Buffet liebt es, dann zu investieren, wenn die Masse schon aufgegeben hat. Es ist wohl kein Zufall, dass mit BYD gerade eine Buffett-Beteiligung große antizyklische Pläne hat. Der chinesische Batterie- und Autospezialist will bis 2016 Solarfabriken mit einer Kapazität von bis zu 5 GW aufbauen. Damit würde man selbst die größten Solarfirmen der Welt wie Suntech (2011er-Absatz 2 GW) deutlich hinter sich lassen.
Wieso es sich trotz aktueller Überkapazitäten und dem drohenden, förderbedingten Einbruch der bisherigen Hauptmärkte Italien und Deutschland lohnen kann, jetzt zu investieren, zeigt eine neue Studie auf. Denn die in drei Jahren um 75 Prozent zurückgegangenen Solarpreise führen zur sogenannten Netzparität: Bloomberg New Energy Finance (BNEF) zufolge ist Solarstrom in vielen Ländern für Endverbraucher schon jetzt günstiger, als der von den Versorgern angebotene Tarif.

Indien mit Potenzial
Den Experten zufolge liegen die Kosten für Solarstromerzeugung in Australien, Dänemark, Deutschland, Hawaii, Italien und Spanien bereits unter dem Preis für Strom aus der Steckdose. "Dennoch sind sich viele Medien, Politiker und Endkunden der Wirtschaftlichkeit von Solarstrom nicht bewusst", so BNEF. Und das Tor zu weiteren Endmärkten beginnt sich zu öffnen: 2015 soll auch in Brasilien, Kalifornien, Frankreich, Japan und der Türkei Solarstrom ohne Förderung konkurrenzfähig sein. Auch in Entwicklungsländern und in Asien sehen die Experten weiteres Potenzial. Gerade in Indien könnten etwa die jetzt noch eingesetzten Dieselgeneratoren von Solaranlagen ersetzt werden.
Tal nicht durchschritten
Die Solarkraft bleibt auf lange Sicht eine attraktive Wachstumsstory. Endlich werden die volatilen Förderungen durch die nachhaltige, pure Konkurrenzfähigkeit des Solarstroms ersetzt. Doch noch ist die Konsolidierung der Branche nicht beendet. "It has to get worse before it gets better", so die Analysten von Close Brothers.
Der jüngste Rebound bei Solarworld scheint schon wieder vorbei. Der Solarausrüster Centrotherm, der vor allem chinesische Firmen beliefert, zeigt nach positiven Analystenkommentaren hingegen Stärke. Die jüngste Einschätzung zu Conergy finden Sie hier.
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