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Nemetschek: Über 70 Prozent Potenzial

Markus Bußler

Die Nachricht ist eigentlich nicht gerade positiv: Nemetschek-Chef Ernst Homolka nimmt seinen Hut und verlässt das Unternehmen. Der Grund: Differenzen mit dem Aufsichtsrat. Dennoch raten die Analysten von Goldman Sachs zum Kauf der Aktie. Sie räumen dem Papier mehr als 70 Prozent Potenzial ein.

Analyst Mohammed Moawalla sieht einer Branchenstudie das Kursziel bei 45,00 Euro. Zwar hat er seine Gewinnprognosen reduziert, um die schwächelnden Endmärkte des Bausoftware-Unternehmen zu reflektieren. Dennoch sieht er die Aktie nach wie vor als unterbewertet an und billigt ihr ein entsprechendes Aufholpotenzial zu.

Vorstand geht

Bereits am Montag hatte Ernst Homolka seinen Abschied von dem in München ansässigen Konzern angekündigt. Er will seinen Vertrag, der Ende 2012 ausläuft. Nicht verlängern. Bis dahin steht er allerdings als Vorstand zu Verfügung. Damit hat der Aufsichtsrat mehr als ein Jahr Zeit, einen passenden Nachfolger für Homolka zu finden. Der Grund für die überraschende Entscheidung liegt offensichtlich im Verhältnis zum Aufsichtsrat: „Ungeachtet der erfolgreichen Entwicklung der Gesellschaft in den vergangenen Jahren sowie der sich abzeichnenden Erfolge im laufenden Geschäftsjahr gibt es zwischen Vorstand und Aufsichtsrat unterschiedliche Vorstellungen über die künftige strategische Ausrichtung der Gesellschaft, die sich nicht miteinander in Einklang bringen lassen", sagt er.

Die Aktie hat gestern auf die Meldung kaum reagiert und präsentiert sich auch heute fest. Allerdings hat das Papier bereits deutlich von seinem Höchstkurs in diesem Jahr bei 35,75 Euro eingebüßt. Auch hier macht sich die Angst vor einer Rezession bemerkbar. DER AKTIONÄR hält die Nemetschek-Aktie allerdings weiterhin für aussichtsreich. Homolka erklärte erst kürzlich im Interview mit dem AKTIONÄR, dass der Konzern im Fall einer Krise kurzfristig reagieren könnte. Die Aktie bleibt ein Kauf.

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