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Nemetschek: Neuer Chef gesucht

Markus Bußler

Eigentlich läuft es bei Nemetschek, dem Anbieter von Software für Architektur und Bau, operativ rund. Der Konzern konnte zuletzt deutlich bei Umsatz und Ergebnis wachsen. Doch offensichtlich gibt es hinter den Kulissen Unstimmigkeiten über die weitere Strategie des Unternehmens. Konzernchef Ernst Homolka hat seinen Abschied angekündigt.

„Ungeachtet der erfolgreichen Entwicklung der Gesellschaft in den vergangenen Jahren sowie der sich abzeichnenden Erfolge im laufenden Geschäftsjahr gibt es zwischen Vorstand und Aufsichtsrat unterschiedliche Vorstellungen über die künftige strategische Ausrichtung der Gesellschaft, die sich nicht miteinander in Einklang bringen lassen", sagte Homolka. Seinen Vertrag will er jedoch bis Jahresende erfüllen, somit soll gewährleistet sein, dass der Aufsichtsrat genügend Zeit findet, einen Nachfolger zu bestellen.

„Krisenfestes Unternehmen"

Welche unterschiedlichen Auffassungen es gibt, darüber sagt Homolka nichts. Zuletzt hat Nemetschek in Brasilien Fuß gefasst. Der Konzernchef wollte das jedoch nur als Anfang sehen, der komplette Lateinamerikanische Markt sei für Nemetschek interessant, hieß es von Seiten Homolkas. Mit Blick auf eine mögliche Konjunkturabschwächung zeigte sich Homolka zuletzt im Gespräch mit dem AKTIONÄR gelassen. „Ein Blick auf unsere Entwicklung in der letzten Wirtschaftskrise zeigt, dass Nemetschek ein vergleichsweise krisenfestes Unternehmen ist", sagte Homolka.

Das Ausscheiden Homolkas ist sicherlich alles andere als positiv. Er hat in den vergangenen Jahren die Stellung des Konzerns maßgeblich beeinflusst. Allerdings ist die Investmentstory intakt. DER AKTIONÄR hält grundsätzlich seine positive Einschätzung zu der Aktie aufrecht. Entscheidend wird sein, wen der Aufsichtsrat als Nachfolger für Homolka bestellen wird.

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