Markus Bußler
Die Aktie von Europas größtem Anbieter von Software für Architekten, Ingenieurwesen und die Bauindustrie, Nemetschek, gehört schon seit einiger Zeit zu den Favoriten des AKTIONÄRs. Nachdem sich der Konzern schon im vergangenen Jahr achtbar schlug, erhöhte das Management jetzt die Prognose für das laufende Jahr.
„Das erste Halbjahr 2010 verlief erfolgreicher als von uns erhofft", sagte Ernst Homolka, Vorstandsvorsitzender von Nemetschek. Das sei umso bemerkenswerter, als der Forschungsverbund der Baubranche, Euroconstruct, für 2010 weiterhin einen Rückgang der europäischen Bauwirtschaftsleistung prognostiziere. Nachdem Nemetschek bislang von einem Umsatzwachstum zwischen drei bis fünf Prozent ausging, sollen jetzt sieben bis neun Prozent möglich sein.
Starke Halbjahreszahlen
Die EBITDA-Marge soll auf rund 24 Prozent steigen - das wäre die beste Marge, die Nemetschek je erreicht hat. Dass der Konzern die selbst gesteckten Ziele erreichen kann, dafür sind die Zahlen für das erste Halbjahr ein gutes Indiz. Der Umsatz kletterte um neun Prozent auf 71,2 Millionen Euro, das EBITDA legte um 36 Prozent auf 17,6 Millionen Euro zu. Und auch finanziell sieht es gut aus: Die liquiden Mittel des Unternehmens erhöhten sich um 7,4 Millionen auf 30,8 Millionen Euro. Damit übersteigen die liquiden Mittel die verbliebenen Darlehen aus der Graphisoft-Akquisition um 3,8 Millionen Euro. Mit anderen Worten: Der Konzern ist quasi schuldenfrei.

Kursziel 32,00 Euro
"Nach den deutlichen Umsatzeinbußen im ersten Halbjahr 2009 sind wir auf gutem Weg, verlorenes Terrain zurückzugewinnen", sagte Homolka. DER AKTIONÄR sieht sich durch die vorgelegten Zahlen in seiner Einschätzung zu Nemetschek bestätigt. Mehr noch: Die Erholung des Geschäfts verläuft zügiger als zunächst gedachte. DER AKTIONÄR erhöht das Kursziel für die Nemetschek-Aktie auf 32,00 Euro.