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Nebenwerte mit „Schmackes“

Jochen Kauper

Noch bis Mittwochabend laufen die Präsentationen auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt. Zahlreiche Journalisten lauschen den Ausführungen der rund 300 Unternehmensvorstände. DER AKTIONÄR hat die interessantesten Perlen herausgefischt.

Das Eigenkapitalforum in Frankfurt ist hervorragend besucht. Bei manchen Präsentationen reichen die Sitzplätze nicht einmal aus. Sogar Größen wie Value-Investor Hendrik Leber von Acatis müssen den Worten der Vorstände zum Teil im stehen lauschen. Von Krisenstimmung keine Spur.

Mobotix wird für Furore sorgen

Das Eis war schnell gebrochen. Als Lutz Coelen den Vorstand Dr. Ralf Hinkel als kleinen Steve Jobs der Mobotix AG bezeichnete, hatte er die Lacher auf seiner Seite. Auch während der rund 45 Minuten begeisterte Coelen die rund 100 Besucher im überfüllten Vortragsraum. Mobotix ist das erfolgreichste IPO seit dem Jahr 2007. Die Wachstumsraten sind klasse: Der Umsatz ist im Durchschnitt rund 36 Prozent gestiegen, die EBIT-Marge beträgt sagenhafte 25 Prozent. Und auch für die nächsten Jahre ist jede Menge Wachstum vorprogrammiert.

Boom in digital

Mobotix profitiert in erster Linie von der Umstellung von analoger auf digitale Technik. Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren in eine gute Marktposition gebracht. In den USA hat man sich von Rang zehn auf sieben vorgearbeitet. In Asien von zehn auf sieben. In Europa ist man mit einem Marktanteil von 14,9 Prozent hinter Axis die Nummer zwei. Finanzvorstand Coelen geht davon aus, dass das Unternehmen im nächsten Jahr beim Umsatz zwischen 30 und 35 Prozent zulegen wird. Die EBIT-Marge soll bei 23 Prozent leigen. Großes Potenzial sieht Coelen auch für das neue Produktsegment. Neben den Videoüberwachsungssystemen für Gebäude setzt Mobotix in Zukunft auf Türöffnungssysteme und Alarmanlagen für Häuser. Langfristig ist die Aktie von Mobotix für den AKTIONÄR ein klarer Kauf!

Augusta wandelt sich  

Die Buy-and-Build-Strategie trägt Früchte. Das Unternehmen verzeichnet hohe Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. Für das Gesamtjahr bleibt der Vorstand optimistisch. Die Aktie hat Potenzial. Augusta-Vorstand Amnon Harman glänzt eher mit Taten als mit Worten. Der Vorstandschef von Augusta gibt sich bei Interviews wie gewohnt zurückhaltend. Harman will nicht zu viel versprechen. Denn Harman will seine Versprechen zu hundert Prozent erfüllen. Deshalb, lieber etwas vorsichtiger in die Zukunft blicken als zu viel Euphorie versprühen. Nicht nur deshalb hat Augusta zuletzt ein ums andere Mal die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Bereich Sensors verkauft  

Zuletzt hat Augusta den Bereich Sensors verkauft. Harmans Ziel ist es zu einem reinen Technikunternehmen zu werden. Die letzten Zukäufe LMI und VDS Vosskühler im Bereich Vision wurden erfolgreich integriert. „Durch Akquisitionen stellen wir bei Umsatz und Ergebnis überdurchschnittliches Wachstum sicher - nicht nur im Geschäftsjahr 2011", so der Vorstand. Weitere Zukäufe hat Harman in Aussicht gestellt. „Diese werden im Traffik oder Security-Bereich vorgenommen. Umsatzmäßig sollten diese einen Beitrag von 20 bis 50 Millionen Euro liefern", so Harman gegenüber dem AKTIONÄR.

Gut aufgestellt

Der Akquisitionshunger der Augusta-Vorstandschaft ist noch nicht gestillt. Durchaus möglich, dass es im laufe des Jahres noch das ein oder andere Geschäft über die Bühne geht. DER AKTIONÄR bleibt bei seiner positiven Einschätzung für die Augusta-Aktie. Sollten sich die Märkte beruhigen, gilt es Augusta-Aktien einzusammeln.

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