Jochen Kauper
Rund 300 Unternehmen präsentierten sich von Montag bis Mittwoch auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt. DER AKTIONÄR stellt die interessantesten Aktien aus dem Nebenwertebereich vor.

Beate Uhse soll entstaubt werden
Sex Sells! Leider trifft dies weniger auf Beate Uhse zu. In den letzten Monaten „glänzte" das Unternehmen eher mit schwachen Zahlen. Jetzt soll die Marke wieder aufpoliert werden. Großen Anteil am Umkehrschwund hat der neue COO Sören Müller. Müller soll vor allem den Bereich E-Commerce voran bringen. Großreinemachen verspricht auch Vorstand Serge an der Hooft. Die 208 Beate Uhse-Shops sollen radikal zusammengestrichen werden. Auch denkt der Vorstand bereits wieder an Expansion. „Wir wollen 2012/13 vor allem die Osteuropäischen Märkte angehen. Hier sehen wir großes Potenzial", so van der Hooft gegenüber dem AKTIONÄR. 2012 erwartet der Vorstand ein ausgeglichenes Ergebnis, danach soll es weiter aufwärts gehen. Fazit: Interessant aber für ein Investment noch zu früh.

Loewe: Wo sind die Krallen
Wie man das sinkende Marktvolumen bei LCD-Fernsehgeräten abfedern will, bleibt offen. Loewe bleibt den Anlegern eine klare Strategie schuldig. Sicher, der Einstieg des französischen Festplattenherstellers LaCie als neuer Ankeraktionär ist ein Vertrauensbeweis. „Wir sind sicher, dass uns der neue Partner künftig bei der Umsetzung unserer strategischen Zielsetzung begleiten wird, das führende Unternehmen im Premiummarkt der europäischen Consumer Electronics zu werden", so Loewe-Vorstand Oliver Seidl. Trotzdem: Das Marktumfeld bleibt schwierig. Anleger sollten die nächsten Schritte gemeinsam mit LaCie abwarten.

GESCO: Gewohnt solide und zuverlässig
Gewohnt solide und souverän präsentierte Hans-Gert Mayrose am EK-Forum. Kein Wunder, „seine" GESCO AG konnte in den letzten Monaten erneut gut zulegen. GESCO setzt auf setzt auf „Perlen des Mittelstands" oder „Hidden Champions" - nichts anderes als gut geführte, gut positionierte Unternehmen mit ihren mittelstandstypischen Stärken: Marktnähe, Kundenorientierung und Innovationskraft. Mayrose hat das Gespür für gute Geschäfte erneut unter Beweis gestellt. Der Konzernumsatz lag in den ersten sechs Monaten mit 211,1 Millionen Euro um 34,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Das EBITDA wuchs um 61,0 Prozent auf 25,8 Millionen Euro. Der Gewinn je betrug 3,85 Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde erneut angehoben. GESCO erwartet einen Umsatz von 400 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss soll 21 Millionen Euro - nach zuvor ausgegebenen 19 Millionen Euro - erreichen. GESCO ist und bleibt aussichtsreich!

Welche Krise?
Fazit: Das Eigenkapitalforum in Frankfurt war hervorragend besucht. Bei manchen Präsentationen reichen die Sitzplätze nicht einmal aus. Bekannte Vermögensverwalter wie Value-Investor Hendrik Leber von Acatis mussten manch gute Präsentation im stehen verfolgen. Von Krisenstimmung bei den Small- und Midcaps keine Spur.