Nach 15 Jahren am Ziel: Talanx ist an der Börse
Nach zahlreichen Anläufen ist es endlich soweit: Der Versicherer Talanx, die Mutter der Hannover Rück, geht an die Börse. Die Aktien werden am Dienstag zum ersten Mal gehandelt. Die Aktionäre sollen mit einer üppigen Dividende gelockt werden.
Die Talanx AG wird am Dienstag zum ersten Mal im Prime Standard unter der WKN TLX 100 gehandelt. Wie der Versicherer am Montagabend mitteilte, wurden 25,5 Millionen Aktien zu 18,30 Euro platziert und eine Mehrzuteilung von rund 2,7 Millionen Aktien eingeräumt. Mit den Einnahmen will Talanx sein Wachstum finanzieren.
Rund eine halbe Milliarde Euro
Durch den Börsengang erlöst Talanx rund 476 Millionen Euro. Sollte die Greenshoe-Option noch vollständig ausgeübt werden, erhält der Konzern zusätzlich etwa 50 Millionen Euro. Der Streubesitz beträgt danach voraussichtlich etwa 11,2 Prozent.
Darüber hinaus werde der strategische Partner Meiji Yasuda Life Insurance wie angekündigt eine seit November 2010 gehaltene Nachranganleihe mit einem Volumen von 300 Millionen Euro zum Preis von 18,30 Euro in Aktien wandeln. Bei voller Ausübung der Mehrzuteilungsoption werde der Partner rund 6,5 Prozent an Talanx halten.
15 Jahre Wartezeit
Talanx liebäugelt bereits seit rund 15 Jahren mit einem Börsengang. Das IPO heute ist bereits der zweite Anlauf in diesem Jahr für den drittgrößten deutschen Versicherer. Mitte Juli hatte das Unternehmen seine
Börsenpläne überraschend abgesagt, weil die erhofften 700 Millionen Euro nicht hätten erzielt werden können. Eine Woche später nahm Talanx die Vorbereitungen aber wieder auf. Diesmal lagen die Erwartungen an den Erlös aber nur bei 500 Millionen Euro.
Durch die Erlöse will der Konzern sein Wachstum vor allem im Industrieversicherungsgeschäft und in den Schwellenländern forcieren. Zudem sollen Schulden zurückgezahlt werden, die das Unternehmen kürzlich für den Kauf zweier Versicherungen in Polen aufgenommen hat.
Bei Schwäche kaufen
Es sind zwar derzeit noch zu wenig Fakten bekannt, um das Unternehmen bewerten zu können, doch sollte nach dem deutlichen Senken der Preisspanne das Risiko nach unten begrenzt sein. Fällt die Aktie trotzdem in Richtung 17 Euro, sollte man eine erste Tranche aufbauen.
mit Material von dpa-AFX
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