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Munich Re: Zurück zur Normalität

Michael Schröder

Nach dem Katastrophenjahr 2011 sind die Aussichten für die Munich Re im laufenden Jahr sehr gut. Trotz der zuletzt starken Performance sind die Aktien des Rückversicherers günstig bewertet. Anleger sollten daher bei dem Weltmarktführer zugreifen.

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Was für eine Zahl: 380 Milliarden Dollar. Auf diese Summe beliefen sich nach Angaben der Vereinten Na­tionen die Schäden durch Naturkatastrophen im Jahr 2011. Damit wurde der bisherige Rekordwert aus dem Jahre 2005 um mehr als zwei Drittel übertroffen. 2011 war deshalb wahrlich ein Jahr zum Vergessen für die Versicherungsbranche. An das verheerende Erdbeben sowie den darauffolgenden Tsunami in Japan reihten sich viele weitere Katas­trophen in den USA oder in Australien. Dies belastete die Bilanzen der Finanzkonzerne stark. Zudem drückte die Staatsschuldenkrise in Europa, welche zu hohen Verlusten auf griechische Staatsanleihen und - bedingt durch die anhaltend schwachen Märkte - auch zu schlechten Ergebnissen bei der für Versicherer so wichtigen Kapitalanlagen führte, auf die Gewinne. Darunter litt natürlich auch die Munich Re. Vergangene Woche konnte der Branchenprimus endlich einen Schlussstrich unter das Unglücksjahr 2011 ziehen.

"Ein beachtliches Resultat"

Trotz des schwierigen Marktumfeldes gelang es der Munich Re, auch 2011 profitabel zu bleiben. Während der operative Gewinn von 3,98 auf 1,18 Milliarden Euro fiel, sank der Jahresüberschuss auf 712 Millionen Euro. Damit erhöhte sich das Eigenkapital auf 23,3 Milliarden Euro - was deutlich über dem Börsenwert von 20,9 Milliarden Euro liegt. Konzernchef Nikolaus von Bomhard war mit dem Konzernergebnis zufrieden: "In dieser außergewöhnlichen Situation hat sich unsere integrierte Geschäftsstrategie, mit Erst- und Rückversicherung unter einem Dach, bewährt. Es ist uns gelungen, das Jahr 2011 mit einem ordentlichen Jahresergebnis abzuschließen. Das ist ein beachtliches Resultat, das die Widerstandskraft der Gruppe eindrucksvoll belegt", so der Firmenlenker.

GIIPS-Risiken überschaubar

Die Gefahr, dass ähnlich wie 2011 Abschreibungen auf Anleihen aus hoch verschuldeten Eurostaaten der Munich Re das Ergebnis verhageln, besteht zwar natürlich weiterhin, ist allerdings wesentlich geringer geworden. So hat das Management den Bestand an Staatstiteln aus den GIIPS-Staaten (Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien) von 10,1 auf nur noch 5,8 Milliarden Euro verringert. Dieser Betrag entspricht lediglich knapp drei Prozent des gesamten Anlageportfolios der Münchner.

Dividende bleibt stattlich

Trotz des deutlichen Gewinnrückgangs im abgelaufenen Jahr auf nur noch 3,94 Euro pro Aktie hält die Munich Re ihre Dividende stabil bei 6,25 Euro je Anteilschein, woraus sich auf Basis des aktuellen Kurses eine stattliche Dividendenrendite von fast sechs Prozent errechnet. Dank der starken Bilanz und der üppigen Gewinne der vorangegangenen Jahre kann sich der DAX-Konzern derart spendabel zeigen und für 2011 deutlich mehr ausschütten, als man eigentlich eingenommen hat. Die Aktionäre dürfte dies natürlich freuen. Konzernchef von Bomhard betonte: "Insgesamt hätten wir dann seit Beginn der Finanzkrise, also im Zeitraum zwischen 2007 und 2011, mehr als fünf Milliarden Euro Dividende gezahlt."

Zuversicht für 2012

Mit dem Verlauf des Jahres 2012 ist die Munich Re offenbar zufrieden. Kein Wunder, schließlich blieben derart schwere Naturkatastrophen wie im abgelaufenen Jahr bislang aus und die aktuell freundliche Stimmung an den Märkten erleichtert es, gute Ergebnisse bei der Kapitalanlage zu erzielen. Der weltgrößte Rückversicherer geht davon aus, 2012 Bruttobeiträge von 48 bis 50 Milliarden Euro zu erzielen. Der Gewinn soll sich auf rund 2,5 Milliarden Euro belaufen. Dabei rechnet der DAX-Konzern damit, dass 1,9 bis 2,1 Milliarden Euro Überschuss im Kerngeschäft Rückversicherung erwirtschaftet werden. Die Erstversicherungstochter ERGO peilt einen Überschuss von knapp 400 Millionen Euro an, in der Krankenversicherungssparte wird mit einem Plus von 50 bis 100 Millionen Euro gerechnet. Auftrieb erhielt die Aktie kürzlich von einer Meldung, wonach die umstrittenen Kapitalvorschriften für Versicherer (Solvency II) deutlich gelockert werden. Damit kämen die Konzerne wohl um die möglicherweise langwierige Aufstockung des Eigenkapitals herum. 

"Absoluter Top-Pick"

Indes haben die Experten von Kepler die Aktie der Munich Re erneut näher unter die Lupe genommen und kommen zu einem klaren Ergebnis: Sie raten weiterhin zum Kauf des DAX-Titels. Das Kursziel wurde bei 143,00 Euro belassen, woraus sich aktuell ein Aufwärtspotenzial von mehr als 20 Prozent errechnet. Analyst Fabrizio Croce betonte, das vom Konzern gesetzte Ziel eines Gewinns von 2,5 Milliarden Euro müsse traditionell als eher konservativ angesehen werden. Setzt sich der Trend des ersten Quartals des laufenden Jahres fort, in dem es kaum Großschäden gab, könnte sich der Jahresgewinn sogar auf drei bis vier Milliarden Euro belaufen. Die Aktie habe es nach Ansicht von Croce verdient, zumindest zu ihrem Buchwert bei 130 Euro gehandelt zu werden. Das Munich-Re-Papier sei ein "absoluter Top-Pick".

Immer noch sehr günstig

Trotz der zuletzt starken Performance sind die Anteile der Munich Re mit einem 2012er-KGV von 8 und einem KBV von 0,8 immer noch sehr günstig bewertet. Der weltgrößte Rückversicherer glänzt mit einer soliden Bilanz und einer starken Marktstellung. Darüber hinaus lockt die attraktive Dividendenrendite von fast sechs Prozent.

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