Frank Phillipps
Das Biotech-Unternehmen investiert in diesem Jahr verstärkt in die Forschung. Trotzdem gelingt den Antikörper-Spezialisten im ersten Quartal ein Umsatz- und Ergebnisplus und damit einmal mehr eine Demonstration der Stärke.
Das Biotech-Unternehmen investiert in diesem Jahr verstärkt in die Forschung. Trotzdem gelingt den Antikörper-Spezialisten im ersten Quartal ein Umsatz- und Ergebnisplus und damit einmal mehr eine Demonstration der Stärke.
Morphosys hat im ersten Quartal 2009 den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent auf 19,1 Millionen Euro gesteigert. Der operative Gewinn erhöhte sich leicht von 4,1 Millionen Euro im Vorjahr auf nun 4,2 Millionen Euro. Damit übertraf das Biotech-Unternehmen die Erwartungen der Analysten von 3,8 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb dem Antikörper-Spezialisten ein Nettogewinn von 3,5 Millionen Euro, nach 3,3 Millionen Euro im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 0,16 Euro, nach 0,15 Euro im Vorjahreszeitraum.
Mehr in die Forschung
Umso bemerkenswerter ist das starke Ergebnis zum Jahresauftakt, als dass Morphosys seinen Ankündigungen hat Taten folgen lassen und verstärkt in den Ausbau der Pipeline investiert hat. Insgesamt erhöhten sich die Ausgaben im ersten Quartal um 22 Prozent auf 14,9 Millionen Euro. Der Anteil, der dabei in die Abteilung Forschung und Entwicklung geflossen ist, stieg gegenüber dem Vorjahresquartal sogar um 60 Prozent auf 8,5 Millionen Euro.
Morphosys-Vorstandschef Simon Moroney hatte bereits Ende letzten Jahres angekündigt, 2009 vor allem die eigenen Entwicklungsprogramme vorantreiben zu wollen. Im Fokus steht dabei vor allem der experimentelle Wirkstoff MOR-103, der gegen rheumatische Arthritis eingesetzt werden soll. Ziel ist es, MOR-103 dieses Jahr in die zweite von drei Phasen klinischer Studien zu bringen.
Prognose bekräftigt
Für das Gesamtjahr bekräftigte Morphosys-Chef Simon Moroney die bereits zu Jahresbeginn abgegeben Prognose. Demnach erwartet das Biotech-Unternehmen, das am Jahresende ein Umsatz von 80 bis 85 Millionen Euro durch die Bücher gegangen sein wird. Der operative Gewinn soll zwischen acht und elf Millionen Euro liegen. Dabei sollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 18 bis 20 Millionen Euro in die Höhe geschraubt werden. Im vergangenen Jahr hatte Morphosys lediglich 7,7 Millionen Euro in die Weiterentwicklung der eigenen Pipeline gesteckt.
Deutschlands Blue Chip
Mit den Zahlen zum ersten Quartal hat Morphosys seine Ausnahmestellung in der deutschen Biotech-Branche einmal mehr bestätigt. Die Strategie der Einnahmen durch Lizenzzahlungen für die hauseigene Antikörpertechnologie auf der einen Seite und die Entwicklung eigener Antikörperpräparate auf der anderen Seite zahlt sich gerade in schwierigen Zeiten wie diesen aus. Davon legen auch die beeindruckenden Cash-Reserven von 136 Millionen Euro Zeugnis ab, die den Fortgang der Entwicklung bis auf Weiteres sichert.
DER AKTIONÄR rät daher bei Morphosys zum Einstieg. Aus charttechnischer Sicht ist der Weg kurzfristig frei bis in den Bereich von 16 Euro. Das Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten liegt bei 18,50 Euro, ein Stopp sollte relativ eng bei 11,50 Euro gesetzt werde