Frank Phillipps
Morphosys hat einen weiteren Schritt beim Ausbau der eigenen Medikamentenpipeline gemacht. Langfristig könnte sich dies auszahlen. Auch für die Aktionäre.
Morphosys und Xencor haben eine Lizenz- und Kooperationsvereinbarung getroffen, die sich auf den von Xencor entwickelten Antikörper XmAb5574 bezieht. Die Phase-I-Studie, die demnächst in der Indikation chronisch lymphatische Leukämie (CLL) gestartet werden soll, werden beide Unternehmen gemeinsam durchführen. Die Phase-II-Studien mit dem experimentellen Wirkstoff, der ab sofort den Forschungsnamen MOR208 tragen wird, wird das deutsche Biotech-Unternehmen dann in Eigenregie durchführen. Für die weltweiten Rechte an dem Antikörper zahlt Morphosys vorab 10,5 Millionen Euro an Xencor. Darüber hinaus erhalten die Amerikaner weitere Gelder, wenn Morphosys bestimmte Meilensteine in der Entwicklung erreicht, und bekommen Tantiemen auf eventuelle spätere Produktverkäufe.
"Bereicherung für die Pipeline"
MOR208 befindet sich noch in einer sehr frühen Phase der Entwicklung, ein möglicher Markteintritt ist noch Jahre entfernt. Trotzdem traut Morphosys dem Antikörper einiges zu. "Unser Interesse an MOR208 ist das Resultat einer umfassenden Analyse aller am Markt verfügbaren Antikörper der späten präklinischen oder frühen klinischen Entwicklung in den Bereichen Krebs und entzündliche Erkrankungen", kommentierte Dr. Arndt Schottelius, den Zukauf. "Wir sind überzeugt von den fundierten wissenschaftlichen Daten, die Xencor für sein Anti-CD19 Krebsprogramm gewonnen hat und wir glauben, dass der Antikörper eine wertvolle Bereicherung unserer eigenen Pipeline ist", so der Forschungs- und Entwicklungsvorstand weiter.

Langfristig klug
Der Zukauf wird von den Analysten durchweg positiv beurteilt. Die WestLB bestätigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 20,10 Euro. Noch optimistischer sind die Experten von Equinet, die ein Ziel von 33 Euro ausgeben. Auch DER AKTIONÄR sieht in dem Lizenzdeal und der Stärkung der eigenen Pipeline einen Schachzug, der sich langfristig sowohl für das Unternehmen als auch für die Aktionäre bezahlt machen sollte. Nachdem der Kurs sich in den vergangenen Monaten unterdurchschnittlich entwickelt hat, bietet sich derzeit eine attraktive Einstiegschance. DER AKTIONÄR gibt ein Kursziel von 22 Euro aus, ein Stopp bei 12,50 Euro sichert die Position ab.