Markus Horntrich
Das Martinsrieder Biotechunternehmen Morphosys hat mit MOR 202 nun das dritte eigenentwickelte Antikörperprogramm in der klinischen Phase. Die Aktie zeigt unabhängig von den guten Nachrichten Stärke im turbulenten Marktumfel.
Bei Morphosys ist der Startschuss für eine klinische Studie der Phase 1/2 nun endgültig gefallen. Ein erster Patient wurde mit dem eigens entwickelten Krebs-Antikörper MOR202 dosiert. MOR202 wirkt gegen Tumorzellen des Typs multiples Myelom und bestimmter Leukämiearten. Die Studie soll die Sicherheit und erste Anzeichen der Wirksamkeit von MOR202 in Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom untersuchen.
Wichtiger Schritt
"Wir beabsichtigen, den Wirkstoff MOR202 sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit den derzeitigen Standard-Therapien zu prüfen. Insgesamt handelt es sich nach MOR103 zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis und MOR208 zur Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie um unser drittes firmeneigenes Programm in der klinischen Entwicklung", so Dr. Arndt Schottelius, Entwicklungsvorstand bei Morphosys.
Die klinische Studie soll insgesamt maximal 82 Patienten einschließen und wird an verschiedenen klinischen Zentren in Deutschland und Österreich durchgeführt. Der primäre Endpunkt der Studie ist es, die Sicherheit und Verträglichkeit von MOR202 bei mehrfacher Verabreichung an Patienten zu belegen. Als sekundäre Endpunkte werden die Pharmakokinetik sowie erste Hinweise der Wirksamkeit untersucht.
Präklinische Untersuchungen, die MorphoSys auf dem Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology (ASCO) im Juni 2011 präsentierte, konnten zeigen, dass eine Kombination von MOR202 mit zwei bereits zugelassenen Medikamenten für die Behandlung des multiplen Myeloms, die krebsbekämpfende Wirkung des Antikörpers verstärkte.

Fels in der Brandung
Die Aktie entpuppt sich unabhängig vom operativen Fortschritt als Fels in der Brandung. Der Wert hat den Absturz an den Märkten fast unbeschadet überstanden und konnte die Verluste fast vollständig wieder aufholen. Die nächste markante Chartmarke wartet erst wieder bei 22 Euro. Erst wenn diese Hürde aus dem Weg geräumt ist, ist mit einer weiteren Kursrallye zu rechnen, die den Wert im Optimalfall bis auf 30 Euro tragen könnte. Dort liegt auch das Langfristziel des AKTIONÄR.