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Morphosys: "Interessanter Newsflow"

Bastian Galuschka

Der Antikörperspezialist Morphosys hat seine Halbjahres­bilanz vorgelegt. Und diese kann sich mehr als sehen lassen. DER AKTIONÄR sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden.

Morphosys hat im ersten Halbjahr prächtig verdient. Eine Meilensteinzahlung vom Partner Novartis ließ Umsatz und Gewinn auf 66,6 Millionen Euro respektive 0,65 Euro je Aktie in die Höhe schießen. Was die Aktionäre im zweiten Halbjahr erwarten können, darüber sprach der aktionär mit dem Ziehen Sie dieses Icon auf eine BildflächeVorstandschef Dr. Simon Moroney.

DER AKTIONÄR: Herr Moroney, mit Blick auf die blanken Zahlen: Wie zufrieden sind Sie mit der Halbjahresbilanz?

Ziehen Sie dieses Icon auf eine BildflächeDr. Simon Moroney: Wir sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden, 63 Prozent unserer Umsatzprognose für 2011 haben wir nach dem Halbjahr bereits erreicht. Noch wichtiger für uns ist allerdings die Weiterentwicklung unserer Pipeline. Hier haben wir weitere Fortschritte erzielt, wie die Genehmigung zum Start der klinischen Prüfungen für unser Programm MOR202, welches wir zuerst im Bereich Multiples Myelom entwickeln werden, einer aggressiven Blutkrebsart.

Sie behalten dennoch Ihre alte Prognose eines Umsatzes zwischen 105 und 110 Millionen Euro und eines operativen Gewinns zwischen 10 und 13 Millionen Euro bei. Warum so konservativ?

Ich halte 20 Prozent Umsatzwachstum auf Jahressicht nicht für konservativ. Wir wussten, dass das Jahr 2011 von einer Einmalzahlung von Novartis geprägt sein würde. Diese Zahlung erhielten wir bereits im ersten Quartal, die For­schungs­aufwendungen fallen aber über das Gesamtjahr an. Hier liegen wir genau im Plan. Insgesamt sollte man uns nicht auf einzelnen Quartalen beurteilen, vielmehr auf Jahressicht, wenn nicht in noch längeren Zeiträumen. Wir sind kein Autobauer, der pro Quartal soundso viel Wagen absetzen muss. Vielmehr sichern wir uns die finanzielle Beteiligung an einer Reihe umsatzträchtiger zukünftiger Medikamente.

Mit über 40 Millionen Euro investieren Sie pro Jahr kräftig. Wird diese Größe auch in Zukunft beibehalten werden?

Davon sollte man zumindest nicht automatisch ausgehen. Die Höhe unserer Forschungsausgaben hängt stark von dem Fortschritt der Entwicklungskandidaten ab. Ein hoher Prozentsatz dieser Kosten entsteht im Zusammenhang mit externen Dienstleistungen und kann deshalb flexibel angepasst werden. Es ist für uns in erster Linie wichtig, unsere eigene Produktentwicklung aus dem Cashflow finanzieren zu können. Wir wollen in den nächsten Jahren so viel wie möglich sinnvoll investieren, aber trotzdem profitabel bleiben.

Auf welche klinischen Meilensteine sollten Anleger noch in 2011 achten?

Wir erwarten, dass ein bis zwei weitere Programme von Partnern noch 2011 in die Klinik gehen. Außerdem könnten die ersten klinischen Studien­ergebnisse laufender Programme veröffentlicht werden, eine sehr spannende Phase für uns. Leider ist es uns dabei nicht immer möglich, genau zu sagen, wann oder in welcher Form ein Partner neue Daten zu einem Entwicklungskandidaten bekannt geben wird. In den nächsten zwölf bis 18 Monaten werden aber eine ganze Reihe von Phase-I- und Phase-II-Studien mit HuCAL-Antikörpern abgeschlossen und wir erwarten hier einen sehr interessanten Newsflow.

Langfriststory intakt

Die Zahlen zeigen einmal mehr, dass Morphosys als Vorzeige-Unternehmen der deutschen Biotech-Industrie voll auf Kurs ist. Trotz immenser Investitionen arbeitet die Firma seit Jahren profitabel, stellt aber gerade durch diese Investitionen die Weichen für langfristiges Wachstum. DER AKTIONÄR ist von der Strategie der Firma durch und durch überzeugt. Nicht ohne Grund befindet sich die Aktie auch als Langfrist-Investment im Aktien-Musterdepot.

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