Mologen: Weitere Studie in Planung
Das Biotech-Unternehmem Mologen baut seine Medikamentenpipeline weiter aus und testet seinen Wirkstoff MGN1703 nun auch in der Indikation Lungenkrebs. Studiendaten bei Darmkrebspatienten sollen noch in diesem Jahr präsentiert werden.
Wie angekündigt hat Mologen für seinen Medikamentenkandidaten MGN1703 eine weitere Indikation ausgewählt. Nach Darmkrebs- werden nun auch Lungenkrebspatienten mit MGN1703 behandelt. Der Antrag für eine Phase-II/III-Studie werde derzeit vorbereitet heißt es in einer heutigen Pressemitteilung.
Interessanter Ansatz...
Das Wirkprinzip von MGN1703 ist hochinteressant. Ähnlich wie Provenge von Dendreon soll MGN1703, ein sogenannter Immunmodulator, das Immunsystem des Patienten breit aktivieren, damit dieses die feindlichen Krebszellen bekämpft. Erste Studienergebnisse fielen bereits sehr ermutigend aus. „Wir haben in einer Phase-Ib-Studie MGN1703 an Darmkrebspatienten getestet, die bereits im Endstadium ihrer Erkrankung waren. Bei diesen konnten wir das Fortschreiten der Krankheit um mehrere Monate stoppen, in einem Fall um 21, in einem anderen um 14 Monate. Und das bei sehr geringen Nebenwirkungen. Das ist in diesem Krankheitsstadium höchst ungewöhnlich", erklärte Mologen-Finanzchef Jörg Petraß vor einigen Wochen im AKTIONÄR-Interview.
...aber noch in frühem Stadium
Bislang wurden aber nur relativ kleine Patientenzahlen behandelt. Das ändert sich in der laufenden Phase-II/III-Studie. Hier muss sich das Wirkprinzip von MGN1703 auch statistisch gesehen als signifikant erweisen. Eine Zwischenauswertung der Studie bei Darmkrebs-Patienten soll im zweiten Halbjahr auf dem Tisch liegen.
Sollte diese positive ausfallen, plant Mologen eine Auslizensierung. Hier machen schon hohe Summen unter Analysten die Runde. So hält Montega eine Upfront-Zahlung zwischen 20 und 40 Millionen sowie einen Wert des gesamten MGN1703-Pakets von 300 Millionen Euro für möglich. Klingt sehr viel. Zuviel= Petraß hält diese Zahlen auf Nachfrage für durchaus realistisch. „Alleine in der Indikation Darmkrebs hätte MGN1703 Blockbusterpotenzial, also Umsätze jenseits der Milliarden-Euro-Schwelle wären möglich. Nimmt man Lungenkrebs als zweite Indikation hinzu, wären wir bereits beim Doppelten. Auch gab es bereits Deals vergleichbarer Größe, wie bei der US-Firma Coley. Die Zahlen sind also nicht aus der Luft gegriffen."

Wette auf positive Daten
Klar ist, sollte MGN1703 bereits in der Indikation Darmkrebs scheitern, wäre auch die Fortführung weiterer Studie wie die bei Lungenkrebs zu hinterfragen. Erhebliche Kursverluste in der Aktie wären die Folge. Auf der anderen Seite könnte sich der Kurs auch schnell vervielfachen, sollte MGN1703 der Durchbruch gelingen.
Solange die Daten nicht auf dem Tisch liegen, ist die Aktie folglich also eine heiße Wette. Anleger, die dieses Risiko eingehen wollen, sollten die Positionen klein halten.
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