Mologen: 35 Prozent in zwei Monaten
Der AKTIONÄR-Hot-Stock hat sich prächtig entwickelt und notiert auf einem Mehrjahreshoch. Fundamental untermauert wird die Rallye von positiven Studiendaten der Forschungsprojekte in der Pipeline. Auch charttechnisch ist viel Luft.
Wie an der Schnur gezogen läuft die Mologen-Aktie seit Monaten nach oben und liefert seit Jahresanfang die nach Performance beste Vorstellung aller deutschen Biotech-Titel ab. DER AKTIONÄR hatte den Titel Ende Juli in eine Schwächephase hinein empfohlen. Und das Timing hätte nicht besser sein können. Das Plus beträgt bereits 35 Prozent.
Neue Darmkrebstherapie
Wie auch bei anderen Biotechs preist der Markt bei Mologen endlich die Forschritte in der klinischen Entwicklung ein. Für Aufsehen sorgten im Sommer veröffentlichte Studiendaten des Krebsmedikaments MGN1703, das eine Phase-II-Studie bei Darmkrebspatienten statistisch hochsignifikant abschloss. Auf einem Kongress der European Society for Medical Oncology hat Mologen heute weitere Ergebnisse zu MGN1703 veröffentlicht. Demnach verdoppelte MGN1703 gegenüber der Placebogruppe das mediane progressionsfreie Überleben, das heißt, die Zeit, bis zu der der Tumor sein Wachstum wieder fortsetzt, auf 5,8 Monate. Die progressionsfreie Überlebensrate der mit MGN1703 behandelten Patienten lag darüber hinaus bei 34 Prozent gegenüber acht Prozent in der Placebogruppe
Zweiter Wirkstoff macht ebenfalls Hoffnung
Auch Mologens zweiter Wirkstoff MGN1601 liefert bislang erfreuliche News. In einer wenn auch noch kleinen Studie konnte die Nierenkrebstherapie die Überlebenszeit der zehn voll behandelten Patienten im Durchschnitt um über 16 Monate verlängern. Ekaterina Weith, Projektleiterin in der klinischen Entwicklungsabteilung von Mologen zu den Ergebnissen: „Der Verlauf unserer klinischen Studie mit MGN1601 bestätigt nicht nur unsere Prognosen, sondern geht inzwischen weit darüber hinaus. Was wir auf dem Kongress der ESMO vorstellen, sind die Daten aus dem weiteren Verlauf der Studie. Das gibt natürlich weder ein vollständiges noch ein abschließendes Bild, aber eines, das sich wirklich sehen lassen kann".
Auslizensierung für MGN1703 im Fokus
Der Markt spekuliert nun vor allen Dingen auf einen lukrativen Lizenzdeal für MGN1703. Die Analysten von Montega haben einen möglichen Vertrag schon einmal skizziert. Sie rechnen mit einem potenziellen Gesamtvolumen von 300 bis 800 Millionen Euro. Abschlagszahlungen könnten noch im Jahr 2012 zu Cashzuflüssen von 20 bis 40 Millionen Euro führen. Zum Vergleich: Mologen wird an der Börse aktuell mit rund 200 Millionen Euro bewertet.

Die Hausse nährt die Hausse
Der Aufwärtstrend bei der Aktie ist ungebrochen, ja verschärfte sich zuletzt sogar noch. Kommt der Lizenzdeal in den kommenden Monaten, dürfte der Titel aber noch deutlich höhere Kurse sehen. Charttechnisch lässt sich nur mehr ein kleiner Widerstand in Form des 2006er-Hochs bei 14,45 Euro finden. Darüber ist bis zur 20-Euro-Marke technisches Niemandsland angesagt. Auch unter Window-Dressing-Aspekten dürfte der ein oder andere Investor sich die Aktie im vierten Quartal noch ins Depot packen. DER AKTIONÄR bestätigt daher sein Kursziel von 15 Euro.
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