Millionen-Zahlung: Conergy vor Kollaps?
Auf Conergy kommen kurzfristig weitere finanzielle Verpflichtungen zu. Nun droht ein Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals. Das Papier verliert am Mittwoch deutlich.
Das war es mit dem Aufwärtstrend: Die Conergy-Aktie fällt am Mittwoch knapp 20 Prozent ins Minus auf nur noch 0,38 Euro. Grund ist eine Mitteilung, die es in sich hat. Demnach hat sich Conergy mit seinem Wafer-Lieferanten MEMC darauf geeinigt, den eigentlich noch bis 2018 laufenden Waferliefervertrag zu kündigen. Zwar entledigt sich der Modulhersteller damit der Abnahmeverpflichtung wohl überteuerter Siliziumscheiben in Höhe von 600 Millionen Dollar.
Doch MEMC lässt sich dieses Entgegenkommen einiges kosten: "Als Kompensation verbleibt unter anderem der Gegenwert einer geleisteten Bar-Sicherheit in Höhe von rund 21 Millionen Euro bei MEMC", so Conergy. Conergy erwarte daher 2012 nunmehr ein negatives EBITDA im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Doch damit nicht genug: "Angesichts der Vertragsaufhebung und des aktuellen Geschäftsverlaufs prüft der Vorstand der Gesellschaft gegenwärtig zudem, ob die Ergebnisentwicklung zu einem Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals der Gesellschaft im Sinne des § 92 Abs. 1 AktG führen könnte."
Schulden drücken
Bereits zur Jahresmitte musste Conergy ein leicht negatives Eigenkapital ausweisen. Die kurzfristigen Vermögensgegenstände waren mit 224 Millionen Euro (davon 74 Millionen Vorräte) zwar noch relativ hoch. Doch gleichzeitig standen dem 189 Millionen kurzfristige und 120 Millionen langfristige Verbindlichkeiten gegenüber.

Aktie meiden
Die heutige Meldung zeigt, dass sich auch Conergy nicht der Solarkrise und dem damit einhergehenden Preisverfall für Module, Zellen und Wafer entziehen kann. Zwar gelang dem Solarunternehmen im zweiten Quartal eine schwarze Null im operativen Ergebnis. Doch der Branchen-Gegenwind bleibt stark, die Aktie sollte gemieden werden.
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