Milliarden-Solar-IPO – Rückenwind für Solarworld, Centrosolar und First Solar?
In den USA wir in dieser Woche der Börsengang von SolarCity erwartet. Das Unternehmen wird vermutlich zum Börsenstart eine Bewertung von rund einer Milliarde Dollar aufweisen. Ein erfolgreiches Debut könnte die gesamte Solarbranche beflügeln.
Kaum zu glauben, aber wahr: Trotz des weiter miserablen Umfeldes will das amerikanische Solarunternehmen SolarCity in dieser Woche - voraussichtlich am Mittwoch - für rund 150 Millionen Dollar neue Aktien ausgeben. Und das könnte klappen, denn hinter dem Solarunternehmen steht kein geringerer als Elon Musk, der bereits den Online-Bezahldienst Paypal und den Elektrosportwagen-Hersteller Tesla Motors gegründet hatte.
Großaktionär will aufstocken
Die Aktien von Tesla Motors haben sich seit dem Börsengang 2010 verdoppelt und Tusk hat bereits angekündigt, seinen Anteil beim Börsengang um weitere zehn Prozent aufstocken zu wollen. Derzeit ist Musk mit 30,6 Prozent der größte Einzelaktionär von SolarCity. Er glaubt an den Erfolg seines Unternehmens, das sich auf die Projektierung und Finanzierung von Solaranlagen in den USA spezialisiert hat.
Starkes Wachstum, hohe Verluste
Die Analysten sind in Anbetracht des schwierigen Umfeldes eher verhalten optimistisch: „Nicht die beste Zeit für Börsengänge im Umweltbereich", sagt etwa Sheeraz Haji von Cleantech Group, „aber SolarCity ist anders und wächst sehr stark." In der Tat, in den ersten neun Monaten schnellten die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 167 Prozent nach oben und erreichten 103,5 Millionen Dollar. Dabei wurde ein Verlust von knapp 78 Millionen Dollar erzielt.
Eine Milliarde Dollar
Wenn die Aktien in der Mitte ihrer Bookbuilding-Spanne von 13 bis 15 Dollar, also mit 14 Dollar, auf den Markt kommen, dann beläuft sich der Börsenwert von SolarCity auf ziemlich genau eine Milliarde Dollar. Das entspricht etwa dem siebenfachen Jahresumsatz, wenn man davon ausgeht, dass SolarCity im laufenden Geschäftsjahr noch auf Erlöse von 140 bis 150 Millionen Dollar kommt.
Deutsche Solar-Schnäppchen?
Von einer solchen Bewertung können Die bereits börsennotierten Solarkonzerne in diesen Tagen nur träumen. So wird etwa First Solar aus den USA lediglich mit dem 0,7-fachen Jahresumsatz bewertet und ist dabei hochprofitabel. Die beiden deutschen Solarkonzerne Solarworld und Centrosolar sind mit Umsatzbewertungen von 0,13 und 0,09 noch einmal um ein Vielfaches günstiger, schreiben allerdings rote Zahlen und wachsen nicht mehr.
Branchenbelebung
Auch wenn die Bewertung von SolarCity sehr ambitioniert erscheint, so ist dennoch ein erfolgreicher Börsengang möglich - allein weil Elon Musk involviert ist. Ein gelungenes IPO dürfte die gesamte Branche beflügeln und auf die Anleger auf die extrem niedrigen Bewertungen anderer Player der Branche aufmerksam machen, insbesondere auf die von First Solar.
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