MIFA-Großaktionär: "Trend zur Elektromobilität kommt ins Rollen"
Carsten Maschmeyer ist über seine Vermögensverwaltung Paladin Asset Management seit Oktober 2011 Großaktionär bei der MIFA. Die Gesellschaft wird noch in dieser Woche Zahlen zum zweiten Quartal vorlegen. DER AKTIONÄR sprach mit dem Paladin-Geschäftsführer Ingo Nix über den Einstieg des AWD-Gründers bei der MIFA sowie die aktuelle Entwicklung.
Seit dem Einstieg in das Segment der E-Bikes 2011 konnte die MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG überproportionale Absatzsteigerungen in diesem Bereich verzeichnen. Daran dürfte sich bei dem Tipp des Tages vom 8. August nichts ändern - ganz im Gegenteil. DER AKTIONÄR fragte nach!
DER AKTIONÄR: Herr Nix, was hat Sie und Herrn Maschmeyer zum Einstieg bei der MIFA AG gebracht?
Ingo Nix: Wir haben die Ingenieurkunst des Vorstands der MIFA, Peter Wicht, sowie den für die Fahrradbranche extrem hohen Automatisationsgrad bewundert. Wir sind wortwörtlich frühzeitig auf den Trend zur Elektromobilität aufgestiegen.
Für etwas Verwirrung sorgte vor wenigen Wochen die Meldung, dass Großaktionär Maschmeyer und MIFA-Vorstand Wicht im Rahmen einer Kapitalerhöhung ihre Bezugsrechte abtreten. Können Sie kurz die Hintergründe erläutern?
Wir haben auf unsere Bezugsrechte verzichtet, um gemeinsam mit anderen Investoren diese Erfolgsgeschichte weiter zu tragen. Bedenken Sie, als Fondsmanager finden Sie eine wunderbare Aktie zu einem günstigen Preis, das Management ist fähig und die Produkte sind einzigartig und jeder braucht sie. So weit die Theorie, leider ist der Streubesitz der handelbaren Aktien zu gering. Sie können nicht investieren. Wir haben verzichtet, um dies zu ändern.
Sie sind also mit der Entwicklung der Gesellschaft seit Ihrem Einstieg zufrieden?
Auf jeden Fall, seit dem Einstieg hat sich das Unternehmen gewandelt. Heute ist die MIFA ein Hersteller von günstigen Qualitätsrädern und ein hochinnovativer Premiumanbieter für die Zweiradindustrie.
MIFA ist der nach Stückzahlen absatzstärkste Fahrradhersteller in Deutschland. Erwarten Sie 2012 weitere Zuwächse?
Durch den Zukauf der Grace sollte sich das Volumen weiter erhöhen. Umsatzsteigerungen sind wichtig, insbesondere sollte sich jedoch die Marge in Zukunft deutlich verbessern.
Der Abschluss eines Rahmenvertrags mit Daimler war ein weiteres Highlight der jüngsten Firmengeschichte, oder?
Ja, solch ein Auftrag ist ein Meilenstein für die MIFA. Schon heute fertigt MIFA auf einem Qualitätsniveau, welches den extrem hohen Anforderungen der großen OEMs entspricht. Dieser Auftrag ist der Lohn für all diese harte Arbeit und ich bin der festen Überzeugung, dass Vorstand Peter Wicht und sein Team auch zukünftig für weitere positive Überraschungen gut sind.
Welche Stärken würden Sie bei der MIFA hervorheben?
Stärken der neuen MIFA sehe ich klar im Management, der Kostenführerschaft und der hohen Qualität. Diese wurde kürzlich durch die Abnahme der Fertigungsanlage für die Smart-Räder durch Daimler bestätigt. Durch die Expertise der Grace kommt jetzt noch zusätzliche Innovation und Design dazu. Was will man mehr!
Welche Schwächen müssen noch beseitigt werden?
Nach Stückzahl ist MIFA heute schon führend, als nächstes Ziel kommt jetzt die Führerschaft auf der Umsatzseite. Auch sind die Margen im E-Bike-Segment höher, was zu mehr Gewinn führen sollte.
Wie lange werden Maschmeyer und Sie noch bei der MIFA in die Pedale treten?
So lange es Räder gibt, werden auch wir Rad fahren.
Vielen Dank für das Gespräch!
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