MIC AG vor Neubewertung?
Die Münchener Beteiligungsgesellschaft MIC führt an der Börse noch ein Schattendasein. Auch ein weiterer, am vergangenem Montag veröffentlichter Teil-Exit brachte keinen Schwung in die Aktie. Dies könnte sich jedoch in Kürze ändern. Nach Informationen des AKTIONÄRs stehen die Münchener vor einem bedeutenden Deal, der die nur mit 13 Millionen Euro bewertete Gesellschaft in eine neue Dimension führen könnte.
DER AKTIONÄR sprach mit MIC-Finanzvorstand Manuel Reitmeier über den jüngsten Teil-Exit, mögliche neue Abschlüsse und die Zurückhaltung der Investoren.
DER AKTIONÄR: Herr Reitmeier, der MIC AG ist ein weiterer Teil-Exit gelungen. Sie haben Anteile an der 4DForce GmbH für eine Million Euro veräußert. Wie bewerten Sie diesen Deal?
Manuel Reitmeier: Dieser Teil-Exit ist ein wichtiger Schritt in richtige Richtung. Hervorzuheben ist insbesondere die sehr gute Bewertung, die wir erzielt haben. Sie belegt eindrucksvoll, dass wir bei dem Aufbau unserer Portfoliounternehmen eine nachhaltige und zugleich erfolgsversprechende Strategie verfolgen.
MIC hält auch nach dem Teilverkauf noch einen Anteil von über 75 Prozent an der 4DForce GmbH. Welche Ziele verfolgen Sie mit dieser Beteiligung? Über welches Potenzial verfügt die 4DForce mittelfristig?

Mit dem Finanzpartner an Bord geht die 4DForce gestärkt in die Zukunft. Wir haben gerade das Personal stark aufgestockt, um den weiteren Ausbau der Geschäftstätigkeit bewältigen zu können. Mit Axel Dietz haben wir einen hochrangingen Markenexperten gewonnen, der das 4DForce Management perfekt ergänzt. Wir wollen die 4DForce GmbH so zu den ersten größeren Umsätzen führen und dabei vor allem Ziele in den Bereichen Health Care und Gaming verfolgen.
Wie wollen Sie die zufließenden Gelder reinvestieren? Haben Sie schon lukrative Neuinvestitionen im Auge?
Wir sind bei verschiedenen, vielversprechenden Firmen schon sehr weit in der Due Diligence vorangeschritten. Deswegen gehen wir davon aus, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten neue Investments verkündigen können.
Zudem stehen Sie in aussichtsreichen Verhandlungen über einen weiteren Komplett-Exit. Wann können Ihre Aktionäre hier mit einer Vollzugsmeldung rechnen?
Wir sind immer noch sehr optimistisch, dass wir dieses Jahr einen Komplett-Exit verkünden können. Wir gehen davon aus, dass wir die angepeilten Ziele auch sehr wahrscheinlich einhalten können.
Können Sie uns schon einen ersten Hinweis auf die Dimension dieses Deals geben?
Dieser Verkauf sollte auf alle Fälle maßgeblich dazu beitragen, dass wir vom Ergebnis her wieder in die Nähe des Vorjahresergebnisses gelangen. 2009 hat die MIC AG einen Jahresüberschuss von 4,27 Millionen Euro erzielt.

Mit einer 100-prozentigen Eigenkapitalfinanzierung hebt sich MIC deutlich vom Durchschnitt anderer Beteiligungsgesellschaften ab. Inwiefern profitieren Sie von diesem Wettbewerbsvorteil?
Die außergewöhnlich hohe Eigenkapitalquote kommt uns bei unseren Investitionsentscheidungen sehr zu Gute, da wir so in der frühesten Phase unserer Portfoliounternehmen ausschließlich eigene Mittel investieren können. Dass wir dadurch auf Co-Finanzierungen verzichten können, macht uns unabhängig von Banken und sonstigen Kreditgebern.
Die MIC-Aktie konnte zuletzt nicht mit dem steigenden Gesamtmarkt mithalten. Worauf führen Sie die Zurückhaltung der Investoren zurück?
Wir gehen davon aus, dass der geplante Komplett-Exit dieses Jahr unser Potenzial unterstreicht, und letztlich zu einer Neubewertung der Aktie führen wird.
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