Mega-Solarauftrag: Manz und Centrotherm gehen (fast) leer aus
Inmitten der großen Solarkrise gibt es einen Hoffnungsschimmer. Vor allem die Dünnschicht-Technologie CIGS könnte bei einem Solar-Comeback florieren. Für Centrotherm bleibt das Marktumfeld indes herausfordernd.
Keiner investiert in Solarfabriken? Doch. Ein Prinz aus Saudi-Arabien hat mitten in der Solarkrise die Absicht, ein Mega-Projekt aus dem Sand zu stampfen. Er setzt nicht auf die kristalline Technologie sondern auf bislang nur wenig bedeutende Dünnschicht-CIGS-Module. Der einzige Haken: Bei diesem Mega-Projekt kommt zunächst kein deutscher Solarmaschinenbauer zum Zug: Der französische Konkurrent Saint-Gobain hat den Auftrag zum Bau einer Dünnschicht-Solarmodulfabrik an Land gezogen. Der Auftrag ist nur ein Teil der Initiative. Doch insgesamt hat die Regierung offenbar das Ziel, gewaltige 16 GW-Solar-Kapazität zu errichten.
Manz-Chef Dieter Manz sagte dem AKTIONÄR auf Nachfrage: "Das ist gut für uns, weil sich damit CIGS als Lösung in dieser Region etabliert - schlecht ist, dass wir nicht der Erste waren, der einen Auftrag dort platzieren konnte."
Smartphone-Profiteur
Doch wie der AKTIONÄR erfahren hat, arbeitet auch Manz bereits sehr aktiv an der Golfregion und installiert derzeit ein Testfeld in Katar. Selbst in Saudi Arabien wurde offenbar eine Vereinbarung für eine Testinstallation abgeschlossen. Dabei geht es um den Nachweis dass CIGS Module auch unter extremen klimatischen Bedingungen gute Leistungswerte erzielen.
Der Maschinenbauer hatte im Dünnschicht-Bereich CIGS zuletzt neue Weltrekord-Werte erreicht. Dieter Manz unlängst gegenüber dem AKTIONÄR: "Wir haben schon mehrere unterschriebene Letters of Intent."
Längst erzielt Manz jedoch das Gros der Umsätze im Display-Bereich mit Smartphone- und Tablet-Herstellern. Dennoch hat die Aktie zuletzt etwas korrigiert und die 38-Tage-Linie unterschritten. Positiv ist hingegen, dass die 20-Euro-Marke eine stabile Unterstützung darstellt.

Centrotherm-Kursrutsch
Anders als Manz hat sich Centrotherm auf die kristalline Technologie fokussiert. Hier scheint der Druck derzeit noch größer, da alle großen China-Player in genau diesem Bereich massive Überkapazitäten aufgebaut haben. DER AKTIONÄR rät Anlegern bei Centrotherm zur Zurückhaltung, bis die Kapitalmaßnahmen durchgeführt sind. Im Vorfeld dieses Debt-to-Equity-Swap ist durchaus mit größeren Kursverwerfungen zu rechnen.
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