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Medigene braucht Geld

Werner Sperber
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Medigene hat in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres 14,4 Millionen Euro verdient. Im dritten Quartal waren es allerdings nur 56.000 Euro. Zudem ist dieser Erfolg auf Meilensteinzahlungen zurückzuführen, von denen nur mehr eine ansteht. Das Biotech-Unternehmen muss bald für frisches Geld sorgen.

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Medigene hat in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres 1,34 Millionen Euro umgesetzt. Forschungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten summierten sich auf 10,8 Millionen Euro. Aufgrund von Meilensteinzahlungen von Astellas für die Lizenz für das Prostatakrebs-Medikament Eligard erreichte das Biotechnologieunternehmen aus Planegg/Martinsried bei München einen Gewinn von 14,4 Millionen Euro beziehungsweise 0,39 Euro je Aktie. Voraussichtlich im ersten Quartal des nächsten Jahres erhält Medigene die letzten fünf Millionen Euro an Meilensteinzahlungen aus dieser Vereinbarung. Die Genitalwarzen-Salbe Veregen soll im ersten Quartal 2012 auch in Spanien vermarktet werden dürfen. Die flüssigen Mittel zum 30. September betragen 15,4 Millionen Euro. Lieferverbindlichkeiten und sonstige Schulden betragen vier Millionen Euro. Aus diesen Zahlen lässt sich ableiten, dass Medigene im Jahr elf Millionen Euro beziehungsweise knapp 0,92 Millionen Euro pro Monat mehr ausgibt als einnimmt. Die sonstigen betrieblichen Erlöse von 1,64 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2011 sind schließlich nicht fest einzuplanen.

Nur sieben Wochen Zeit

Sollte Medigene von Oktober dieses Jahres bis März übernächsten Jahres genau so weiter wirtschaften, wie in den ersten neun Monaten 2011, hat das Unternehmen im April 2013 kein Geld mehr. Das Programm SEDA (Standby Equity Distribution Agreement), mit dem Medigene durch die Ausgabe neuer Aktien insgesamt bis zu 25 Millionen Euro von YA Global Investments erhalten kann, läuft in diesem Jahr, also in sieben Wochen, aus. Vorstandsvorsitzender Dr. Frank Mathias kommentiert: "Seit Jahresbeginn haben wir zahlreiche Fortschritte bei der Weiterentwicklung unserer Produkte und Projekte erzielt. Gemeinsam mit der positiven finanziellen Entwicklung des Unternehmens sehen wir die Medigene AG auf einem guten Weg für die Zukunft." Finanzvorstand Arnd Christ ergänzt: "Wir arbeiten kontinuierlich und konsequent an der Umsetzung unserer Gesamtstrategie. Wir haben das finanzielle Profil der Medigene AG weiter geschärft und sind gut positioniert, um unsere Pipeline weiter zu stärken."

 

Die Verluste wachsen

Neue wichtige Studien-Ergebnisse aus der Produktpipeline sind erst im übernächsten Jahr zu erwarten. Analysten schätzen die Ergebnisse für die Jahre 2011 bis 2013 weiterhin auf 0,21 Euro, auf minus 0,07 Euro und auf minus 0,10 Euro pro Anteil. Medigene braucht also demnächst Geld und hat kurzfristig nicht viel für Investoren zu bieten. Anleger sollten die Aktie deswegen meiden.

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