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Manz: Samsung, LG und Apple-Zuliefer Foxconn vor Solareinstieg

Florian Söllner

Der Maschinenbauer Manz profitiert nicht nur vom Smartphone-Boom. Künftig könnte auch das gerade brach liegende Solargeschäft der Reutlinger wieder an Fahrt gewinnen. Die Aktie hat bereits Momentum aufgenommen.

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Tausende chinesische Arbeiter, welche große Displays für Flachbildschirme durch enge Fabrikhallen balancieren - ein Szenario, welches jedem Manager Schweißperlen auf die Stirn treibt. Viel besser aufgehoben sind die Scheiben in den Händen der Manz AG. Deren vollautomatisierte Maschinen befördern die Displays für Fernseher, Tablets oder Smartphones besonders rasch durch die Hallen. Neben dem Express-Transport gehören Systeme für das Laserschneiden der Glasdisplays und deren Inspektion zum Repertoire des Maschinenbauers.

Vor allem die Nachfrage nach Smartphones mit immer größeren Displays wächst rasant. Gerade hat der weltgrößte Produzent von Fernsehern und Handys, Samsung Electronics, den "iPhone-Killer" Galaxy S III vorgestellt und Pläne geäußert, den Smartphone-Absatz 2012 auf rund 200 Millionen zu verdoppeln.

Gerüchteweise profitiert Manz sehr direkt von Erfolg der Südkoreaner. Es ist wohl kein Zufall, dass Samsung der größte Arbeitgeber der chinesischen Stadt Suzhou ist - des Ortes, an dem Manz im Sommer 2012 ein neues Werk eröffnet.

Solar-Einstieg von Samsung, Foxconn und LG?

Nun steigen offenbar die Chancen, dass asiatische Elektronikriesen auch beim Thema Solar Partner von Manz werden. Firmenchef Dieter Manz sagte Mitte Juni in einem Interview, dass er innerhalb von drei Jahren zahlreiche Quereinsteiger im Solarmarkt erwartet: "Samsung, LG und Foxconn werden alle investieren". Manz hat dabei offenbar Chancen, seine Dünnschicht-Solartechnologie an den Mann zu bringen.

Die schnell wachsende Smartphone- und Flachbildschirmbranche (FPD-Branche) bestellt bereits jetzt kräftig bei den Reutlingern: Nachdem im Februar 2012 ein Einzelauftrag in Höhe von 33 Millionen Euro gewonnen wurde, gingen im März FPD-Bestellungen mit einer Gesamtsumme von 32 Millionen Euro ein.

Starkes Auftragspolster

Während reine Solar-Maschinenbauer wie Centrotherm und Roth&Rau derzeit nahezu keine Neuaufträge erzielen, hat Manz rechtzeitig weitere Standbeine aufgebaut. Mit Erfolg: 90 Prozent der Bestellungen entfallen derzeit auf Nicht-Solar-Bereiche. Insgesamt verzeichnete Manz im März einen Auftragsbestand von 104 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Auftragsbestand im Frühjahr 2010 lag bei 70 Millionen Euro und 2011 bei 141 Millionen Euro.

Der Clou der Manz AG ist die Kompatibilität der Systeme mit verschiedenen Branchen. So mussten Maschinen, die für die Bearbeitung von Solarglas oder Wafern entwickelt wurden, nur leicht angepasst werden, um im FPD-Be­reich Verwendung zu finden. Das funktioniert auch umgekehrt. Gerade hat Manz Equipment zur nasschemischen Bearbeitung der Kanten und Oberflächen von Solarwafern vorgestellt - mit Know-how aus dem Displaybereich.

Weiter kaufenswert

Der Top-Tipp Spekulativ aus der AKTIONÄR-Ausgabe 20/2012 bleibt ein attraktives Investment. Auch charttechnisch wurde Dank des jüngsten Rebounds die 38-Tage-Linie zurückerobert und ein Kaufsignal generiert. Es bietet sich an, jede Kursschwäche zum Aufbau einer Position zu nutzen.

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