Thomas Bergmann
Der Nutzfahrzeughersteller blieb im dritten Quartal hinter den Markterwartungen zurück. Doch sowohl der Auftragseingang als auch der Ausblick besänftigen die Anleger. Die Aktie kämpft sich über die 60-Euro-Marke zurück.
Die mit Spannung erwarteten Zahlen von MAN sind auf den ersten Blick schlecht ausgefallen. Lag der Umsatz im Rahmen der Analystenschätzungen, blieb der Gewinn hinter den Prognosen zurück. Doch das Management gibt sich zuversichtlich.
"Intakter Wachstumstrend bei nachlassender Dynamik", heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung. In Zahlen ausgedrückt hat MAN im dritten Quartal bei einem Umsatz von vier Milliarden Euro ein operatives Ergebnis von 321 Millionen Euro erzielt. Die Analysten hatten mit Erlösen von 4,12 Milliarden Euro und einem Gewinn von 368 Millionen Euro gerechnet.
Ausblick bekräftigt
Dass die Aktie heute nicht in sich zusammenfällt, liegt zum einen am weiterhin starken Auftragseingang, zum anderen am unveränderten Ausblick für 2011. Laut MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen hat sich die aufkommende Unsicherheit bei MAN und deren Kunden noch nicht wirklich niedergeschlagen. Im dritten Quartal gingen Bestellungen in Höhe von 4,1 Milliarden Euro ein nach 3,72 Milliarden Euro im Vorjahr.
Für das Gesamtjahr hält Pachta-Reyhofen an seiner Prognose fest: Der Umsatz soll um 10 bis 15 Prozent wachsen, die Umsatzrendite bei mehr als 8,5 Prozent herauskommen. Auf mittlere Sicht werde MAN aber mit einer gewissen Verunsicherung und abflauenden Wachstumsraten zurechtkommen müssen. "Hierfür ist MAN aufgrund der gewachsenen Flexibilität gut vorbereitet", so der Vorstandschef.

Hält die Unterstützung?
Die Anleger haben die Zahlen sehr gut aufgenommen. Dass sich das Wachstum verlangsamen würde, ist auch keine große Überraschung. Wichtig wäre, dass die Marke von 60 Euro verteidigt wird. Ansonsten droht ein Rücksetzer in den Bereich von 55 Euro, eventuell sogar auf das Jahrestief bei circa 50 Euro. Wer einsteigen will, wartet die nächsten Tage erst einmal ab.